Sonntag, 31. Januar 2010

STAR CLIPPER - LOGBUCH 2. TAG


nichts als wasser, berge und himmel



lokale schönheit am mast ( ich weiss leider nicht wie die dinger wirklich genannt werden )



sonntag morgen 5:20, vollmond und gute windstärken




kurz vor sonnenaufgang

photography: copyright joerg lehmann

heute morgen, 5:30 auf dem meer. die STAR CLIPPER zerschneidet elegant die dunkle andaman see. die zerschlagenen wellen rechts und links des clippers rauschen unaufgefordert zur seite. die lampe am himmel heisst vollmond, grau/weisse wolken fliegen in alle richtungen. wir sind auf dem weg nach ko butang. hier sieht alles nach paradies aus. bäume unbekannter herkunft schlagen unvermutet in das türkise wasser und seeigel warten auf unvorsichtge touristen ...
und dennoch, hier ist man gut, hier will man bleiben. nichts trübt die harmonische einheit von himmel und wasser, clipper und mensch!

Samstag, 30. Januar 2010

STAR CLIPPER - LOGBUCH 1. TAG




18:25h vor phuket

photography: copyright joerg lehmann

samstag abend, 30.01.2010, 29grad celsius

heute abend kurz vor sonnenuntergang; die STAR CLIPPER bereitet sich auf eine kreuzfahrt vor. in der bucht von phuket gleitet die sonne seicht in den fernen horizont. nur kleine wellen schnappen nervös auf der wasseroberfläche nach luft und lassen das zarte rosarot des sonnenballs in vielen tausenden reflexen auf die schiffshaut strahlen. als um punkt 22h die anker geliftet werden, stehen wir an bord und staunen den masten und dem sich dahinterverbergenden vollmond entgegen. der "grand large" wird sanft genommen, entspannt liege ich auf einer sonnenliege und träume dem himmel entgegen.
fragen tauchen auf. wo werden wir morgen aufwachen, wie haben die seefahrer seit vielen hunderten von jahren die ozeane überquert, wie haben sie den stress und die krankheiten überwunden und wie mag ihnen ihre familien gefehlt haben? hier nichts von dem allen, nur entspannung und respekt vor dem meer.

Sonntag, 24. Januar 2010

FRANKREICH


photography: copyright joerg lehmann

im café de commerce in bordeaux, startet man gemütlich die woche. wir leben schliesslich nur einmal!

GOURMAND COOKBOOK AWARD 2010 IN PARIS







photography: copyright joerg lehmann


bis heute verlieren sich alle autoren und freunde von kochbüchern auf diversen buchmessen der welt, um entweder niemanden zu treffen oder sich in der masse der weltweiten buchveröffentlichungen nicht zurecht zu finden. dem wird erstmals in diesem jahr rechnung getragen und in paris die erste buchmesse ihrer art ausgetragen, die sich nur um koch und weinbücher dreht. 
kochbuchpapst und pate aller creativen um den herd herum, EDOUARD COINTREAU, hatte die glänzende idee, all jenen ein podium zu schaffen, die im grossen trubel dieses marktes verloren gehen. vom 12.2.-15.2. haben professionelle wie amateure die gelegenheit, den herd im buch zu schnüffeln, bekannte chefs aus der nähe beim arbeiten zuzusehen oder aber gleichgesinnte aus der ganzen welt beim glas wein um rat zu fragen oder einfach nur freundschaften zu schliessen. das "get together" auf dieser ebene hat es noch nie gegeben und so nutze ich diesen anlass, arbeiten zum thema "L´IMAGINATION PRODUCTIVE" (siehe photos) auszustellen und eine reportagereihe zum thema "TSUKIJI - THE WORLDS BIGGEST FISHMARKET IN TOKYO".

kommen sie zahlreich!

Samstag, 23. Januar 2010

L´IVRESSE


m. le comte est éméché ... faites avancer la voiture de m. le comte




ces dames sont un peu parties. quant à ces monsieurs, ils sont aririvés.


... im gleichen buch die illustrationen. flacon entkorken, glas füllen und geniessen!

BLEU/BLANC/ROUGE


le blanc




le rouge




le bleu


franzosen haben einen angeborenen nationalstolz, und den meistens frei von komplexen. die zeiten haben sich geändert, der angeborene chauvinismus nicht unbedingt. so sind immernoch die meisten franzosen davon überzeugt, dass der beste wein aus ihrem land kommt, der beste boden hier sein eigentliches zuhause hat und nur der französische wein auf den olymp gehört.

im lande der "gaules" gab es immer hinweise auf wein und essen in der literatur und in der tat gibt es sehr interessante geschichten in und um die rebe. sie ist bestandteil der nationalen identität und erstaunlicherweise kann fast jeder hier eine aussage zum bachalen nationalgetränk machen. sieht man mal von der entwicklung ab, dass franzosen immer weniger wein trinken (massenware), sich der konsum im oberen segment aber gut schlägt, hat hier jeder eine idee, wenn das wort bordeaux oder bourgogne fällt. sieht man  sich in den pariser brasserien um, wird nicht mehr stundenlang gegessen (vor langer zeit waren 4 stunden mittagspause durchaus drin), wein steht aber immernoch auf dem tisch, undzwar nicht irgendwelcher, sondern gerne grand crus (beim lunch letzte woche im neuen restaurant von jean-francois piege labten sich die tischnachbarn lustig an einem becheyvelle).

zurück zur literatur: im jahre 1878 erschien in paris das buch 
LA VIGNE - VOYAGE AUTOUR DES VINS DE FRANCE - étude physiologique, anecdotique, historique, humoristique et mème scientifique.
beim thema der classification darf der erstaunte leser folgenden text lesen, untermalt mit oben geposteten illustrationen:

les vins de france se partagent en trois grandes catégories:
les vins blanc;
les vins bleus;
les vins rouges.
le bleu, le blanc, le rouge, toris couleurs nationales de francaises.

les vins blanc sont généralement les vins de luxe et d´exception dans la vie ordinaire, depuis le petit chablis et le petit saumur, qui arrose les huitres, égaye les fins déjeuners, qui met en goguette, jusqu`au grand champagne qui petille dans les coupes aux diners de fete, jusqu`au grand sauterne qui fait briller son ambre doré dans les festins de haut lice.
le vin blanc est le vin des riches.

les vins rougessont les vins francais par excellence, les vins d´usage et de grand gout. ce sont ceux qui plus particulièrement réjouissent le coeur et le cerveau, dilatent l´esprit, et, comme disait désaugiers, savent faire voir tout en rose; à eux la couleur chaude et transparente, le bouquet élégant, fin et savoureux.

les vins bleus sont les vins du pauvre, les vins de l´ouvrier, les vins du travailleur, et aussi les vins de ceux qui préfèrt ne pas travailler. c´est le vin chaud a l´estomac, apre a gosier, qui réveille la vigueur et les sens s´il est pris modérément, exaspère les forces vitales et détruit le jeu de la pensée s´il est pris en excès.
fécond ou dévastateur suivant la nature de ceux qui cherchent á y  puiser l´énergie ou qui lui demandent l´ivresse.


Mittwoch, 20. Januar 2010

NOCHMAL SCHNECKEN


wie würde man das hier in einem deutschen gourmetrestaurant nennen? dreierlei von schnecken hihi (aufgenommen auf dem kleinen fischmarkt aberdeen/hongkong side).

photography: copyright joerg lehmann
für eingeweihte: es kommt noch besser. um den artikel aus der zeit mit etwas material zu unterstützen, fand ich im internet folgende seite:
www.chinaheike.de - auch nichts für anfänger! hier scheiden sich die gourmetgeister. nur echte freaks trauen sich auf diesen pfad. mir sind auf reisen in china viele merkwürdige speisen vor die kamera gekommen, die meisten auf dieser webseite abgebildeten dinge allerdings noch nicht. gut so! der horizont kann also weiter sein als man denkt. wir haben nochlange nicht alles gegessen.

Dienstag, 19. Januar 2010

FISCHAUGEN


interessanter grössenvergleich mit meiner uhr. hier gibt es was zu knabbern!
photography: copyright joerg lehmann


über die grenzwertigkeit von essen lässt sich trefflich streiten. da gehen die meinungen durchaus auseinander und jeder definiert seine essmöglichkeiten. die auf dem photo abgebildeten fischaugen photographierte ich auf dem fischmarkt der südjapanischen stadt FUKUOKA auf der insel kyushu. gegessen habe ich  sie nicht und eine idee habe ich auch nicht wie man diese augen (thunfisch oder schwertfisch) zubereiten könnte. sie sind aber auch nicht das einzige produkt, wo man schon beim anblick die augen rollen könnte. ich möchte meinen werten lesern den folgenden text aus der ZEIT nicht vorenthalten. aus den dem artikel angeschlossenen rezepten könnte man durchaus sein nächstes 
weihnachtsmenü zusammenstellen.bon appetit!

Bubble, Blubber, Blutwurst

Die abscheulichste Waffe im Kampf der Völker untereinander: die ekelhaftesten Gerichte

Dem Blood pudding wird wohl nie eine internationale Karriere gelingen wie dem ehemaligen Recyclingprodukt Pizza. Blood pudding, auch als Black pudding bekannt, ist ein englisches Resteessen, das aus Blut, Fett und minderwertigen Fleischresten besteht. Blood pudding gehört nachweislich zu den schlechtesten Speisen der Welt.

Wenn Engländer Gemüsereste in der Küche haben, machen sie daraus gern ein Gericht namens Bubble and Squeak. Es besteht grob gesagt aus Kohl, Karotten, Zwiebeln und Kartoffelbrei. Das witzigste an dieser Speise ist noch der Name: Außer ein paar wirklich abgekochten Engländern mag kaum einer das Mahl, es wird international geächtet. Bubble and Squeak zählt, wie eine ganze Reihe anderer Spezialitäten aus England, Schottland, Irland und Wales, zu den Gerichten mit dem miesesten Leumund überhaupt.

Direkt vor Bubble and Squeak in der Hitliste der absolut grauenvollsten Verpflegung: Haggis (mit Haferflocken gefüllter Schafsmagen, Schottland), geräucherte Fledermäuse (Indonesien), Vogelnestsuppe (China), Büffelpenis (Asien), Ochsenmaulsalat (Deutschland) sowie Blubber. Blubber scheint, außer in Eskimokreisen, absolut indiskutabel. Blubber ist rohes Fett von Meeressäugern. Die Ureinwohner von Alaska schätzen das wabbelige Zeug als energiespendende Delikatesse.

Warum löffeln Menschen ungeborene Küken aus befruchteten Eiern? Warum verzehren manche Völker Würmer, Eidechsen und Honigameisen? Für die einen ist gekochter Tigerpenis das Größte überhaupt, die anderen lecken sich nach geschmorter Klapperschlange, gesottenem Schweinsgekröse, gekochtem Hahnenkamm oder Kamelfüßen in Vinaigrette die Finger. Während sich viele Europäer kaum vorstellen können, Kuhurin oder Tee mit Jakbutter zu trinken wie in Indien und Tibet, ekeln sich die meisten Japaner vor verschimmeltem, stinkenden Käse.

Ray Bruman hat eine Theorie entwickelt, nach der viele Kulturen ein Gericht erfinden, das auf Nichteingeweihte absolut ekelhaft wirkt, um sich von Fremden zu unterscheiden. Hobbykoch und Internet-Surfer Bruman stellte seine These im weltweiten Datennetz vor und bat um Beispiele. Die schockierende Rezeptsammlung gab ihm insgesamt recht: Eßsitten dienen auch zur psychologischen Kriegsführung.

Wie wäre es sonst zu erklären, daß Bundeskanzler Helmut Kohl die Freundschaft zu besonders wichtigen ausländischen Staatsgästen dadurch testet, daß er ihnen Saumagen vorsetzt?

In einer amerikanischen Internet-Usegroup zum Thema "Food & Cooking" zettelte Ray Bruman am 16. Juni 1994 eine eher harmlose Diskussion darüber an, warum Amerikaner so wenig Innereien essen, wogegen Franzosen zum Beispiel Hirn mögen und Bayern Kutteln als Schmankerl schätzen. Im Laufe von drei Jahren entwickelte sich die Internet-Seite zu einem weltweiten empirischen Vergleich von Eß- und Trinksitten.

Kern der interkulturellen Debatte: Jedes Volk hat ekelhafte Gerichte auf der Pfanne, um Auswärtige abzuschrecken und den Zusammenhalt durch seltsame, undurchschaubare Rituale zu stärken. Taiwanesen essen zum Beispiel gern Affenhirn, indem sie den Affen festschnallen, ihm den Kopf aufsägen und dann auslöffeln. In Taiwan gilt dieses Gericht als Sozialereignis und Leckerbissen. Europäer und Amerikaner halten sich da lieber an die Devise von Woody Allen: "Ich mag mein Essen nicht lebendig, nicht krank oder verletzt. Ich mag es tot."

Die Liste "Weird and Disgusting Food" beschränkt sich nicht nur auf Namen und Rezepte, sondern ist gespickt mit Thesen über widerwärtiges Essen. Auch harmlosere Beispiele wie Peanutbutter, gekochter Schafskopf oder Schnecken führt das Horrorverzeichnis der internationalen Küche auf. Vieles ist Geschmackssache. Aber Einigkeit besteht über die Ansicht, daß es nicht nur die Ingredienzen sind, die ein Gericht als abscheulich erscheinen lassen. Ekelhaft ist nicht nur, was aus unüblichen Zutaten zubereitet wird, auch Basisprodukte wie Brot, Käse und Wurst können auf Außenstehende abstoßend wirken, wenn sie seltsam verarbeitet werden. Zum Thema US-Brot gibt ein täglicher Konsument zu bedenken: "Gibt es irgendein anderes Land, in dem Grundnahrungsmittel so grundlegend abstoßend sind wie in den USA?"

Selbst ein Nahrungsmittel wie Bier kann absonderliche Formen annehmen, wenn es in falsche Hände gerät. Dänische Studenten bereiten Biersülze zu, indem sie Bier und Gelatine fest werden lassen und in die Sülze Käsekügelchen einbetten. Eine erbitterte Diskussion führt die Newsgroup "rec.food. cooking" seit Monaten über die Frage, ob amerikanischer Fruitcake nun bizarr sei oder nicht. Die Fertigfruchtkuchen-Feinde definieren ihr Haßobjekt als "Baumaterial mit eingebetteten Anhäufungen von hellgrünen und scharlachroten transparenten Substanzen sowie fluoreszierenden Fruchtflecken". Verteidiger des Fruitcake (die meisten Fans stammen aus dem mittleren Westen) streiten das alles ab, weil sie sich über Retortenfraß definieren; deshalb verteidigen sie auch Jell-O Salad, American cheese aus der Sprühdose und White Castle Sliders, würfelförmige Hamburger, die nicht besonders schmecken, aber wegen ihrer Form Kultstatus besitzen.

Ob amerikanischer Fruitcake nun eßbar ist oder nicht - Freßforscher Ray Bruman sieht das umstrittene Backwerk als "kulturelles Merkzeichen" zwischen Bevölkerungsgruppen an. Das längste Kapitel überhaupt in der umfangreichen Dokumentation über die schlechtesten Speisen der Welt behandelt eine Frucht: Durian.

Dieses in Südasien verbreitete Gewächs ist so groß wie ein Fußball. Unter einer stachligen Haut befindet sich das blaßgelbe Fruchtfleisch, dessen Konsistenz an Hirn erinnert. Das Zeug schmecke "so ähnlich wie Maniok-Pudding mit Zwiebelaroma", behauptet Durian-Hasser Ray Bruman.

Das Essen einer Durian erfordert die Vorausplanung von sozialen Kontakten, denn es ist ähnlich wie mit dem Knoblauch: Der Geruch haftet einem noch tagelang an. Über den Geschmack nämlich streiten sich die Kenner, aber in einem Punkt sind sie sich einig: Durian riecht nicht gut. In Malaysia ist es verboten, Durian im Mietwagen mitzunehmen. "Tagelang mußte ich aufstoßen", berichtet ein Durian-geschädigter Engländer im Food-Forum, "und es roch immer nach Gulli."

Am meisten Ekel erregen natürlich Gerichte, an denen Blut, innere Organe, lebende, rohe oder halbgare Tiere sowie Insekten beteiligt sind. Rohe Fischaugen (Südostasien) zum Beispiel. In Taiwan und China gibt es ein Gericht namens betrunkene Shrimps. Es ist genau das, was man sich darunter vorstellt. Lebende Shrimps werden in einen Topf mit heißem Reiswein geworfen und wenig später mit den Stäbchen herausgefischt. Gebratene Insekten wie Zikaden-Engerlinge oder Seidenraupen gehören in China zu den exklusiveren Feinkostprodukten.

Insekten setzen immer wieder zum Sprung an in die europäische und amerikanische Küche. Es ist ihnen aber noch nicht gelungen, Fuß zu fassen, obwohl es ziemlich interessante Rezepte gibt: Bananen-Wurm-Brot zum Beispiel, Chocolate Chirpie Chip Cookies oder Käfersülze.

Unbestritten unschön ist die philippinische Sitte, ein befruchtetes Hühneroder Entenei ein paar Tage lang zu wärmen, dann weich zu kochen und inklusive halbfertig gebrütetem Küken auszulöffeln. Baalut heißt der Leckerbissen. Eine andere philippinische Spezialität ist Diniguan. Sie besteht aus Schweinskopf, Schweineleber, Schweineherz und Schweineblut.

Eßverhalten ist nicht angeboren, Geschmackssinn dagegen schon. Kinder hassen sozialpsychologisch durchaus sinnvolle Spezialitäten deshalb zunächst, was ziemlich verständlich ist. Erst wenn sie das Vertilgen von abstoßend wirkenden Speisen und Getränke wie Ochsenzunge, Prärieaustern oder Hühnerfüßen gelernt haben, gehören sie als Vollmitglied zur Gruppe.

Besonders schwer aber müssen es die Eskimokinder haben: Zuerst werden sie zwei bis drei Jahre lang gestillt, was ja noch okay ist. Aber dann steigen sie um auf Lebertran und rohen Fisch. Positiv gesehen: Der Dauerfrost in der Arktis bringt auch kulinarische Vorteile. Ein rohes Walroß läßt sich problemlos zwei bis drei Jahre einfrieren. Wenn dann unangemeldet Besuch kommt oder die Kinder zehn Freunde mitbringen, haben die Eskimos immer genug zu essen.

Um den kleinen Schneemenschen das harte Leben wenigstens ein bißchen zu versüßen, gibt es Eis aus eigener Herstellung. Das wird nach Angaben von Alaska-Kenner Robert Hughes aus folgenden Komponenten zubereitet: Karibufett, Seehundöl und Preiselbeeren.

Bananen-Wurm-Brot:

200 Gramm Backfett, 350 Gramm Zucker, 2 zermanschte Bananen, 1 Teelöffel Backpulver, 1 Teelöffel Salz, 200 Gramm gehackte Haselnüsse, 2 Eier, 100 Gramm geröstete, getrocknete Army Worms. Alle Zutaten mischen. In einer eingefetteten Form bei 220 Grad eine Stunde lang backen

Käfersülze

2 Packungen Gelatine, 1 Packung geröstete Heuschrecken. Gelatine mit kochendem Wasser auflösen. Geröstete Heuschrecken einrühren. Drei Stunden abkühlen lassen

Gebratene Klapperschlange

1 Klapperschlange, Sorte Western Diamondback. Mehl, Salz, Pfeffer und Knoblauch. Gewürze und Mehl vermischen. Schlange häuten, ausnehmen und in Portionen schneiden. Schlangenstücke in Gewürz-Mehl-Mischung rollen. In sehr heißem Fett goldbraun braten

Halbgefrorenes Walroß

Walroß aufschlitzen und ausnehmen. Vögel und andere Kleintiere fangen, Walroß damit ausstopfen. Walroß für zwei bis drei Jahre im dauergefrorenen Boden eingraben. Dann viele Leute zu einem Festessen einladen

Betrunkene Shrimps

1 Liter Reiswein, 20 lebende Shrimps. Reiswein zum Kochen bringen. Lebende Shrimps in die Flüssigkeit werfen und schwimmen lassen. Nach einer Minute wieder herausfischen. Kopf abbeißen und essen

WEINBERGSCHNECKE?


photography: copyright joerg lehmann

ort des schauspiels: champagne. auf einer meiner herbstlichen wanderungen durch meine geliebten weinberge, kam mir dieses familienbild vor die kamera. es kann natürlich sein, dass das haus cliquot weinbergschnecken züchtet (eher unwahrscheinlich) oder diese kleinen krabbelkameraden sind eine nicht erwünschte invasion der bubbelweinberge. auch meine recherchen haben zu keinem resultat geführt. meines wissens sind weinbergschnecken wie wir sie hier essen deutlich grösser. hat jemand eine idee, um welche spezies es sich hier handelt?

Montag, 18. Januar 2010

VON MENSCH ZU MENSCH


gestern nach 8: ortstermin zum galette du roi naschen

photography: copyright keigo murata

vor nicht langer zeit (also vor einigen tagen) berichtete ich von den galettes du roi. die handelsüblichen portionen sind im übersichtlichen familienformat (4,8 oder 12 personen). gestern abend nun, durfte ich einer galette der grösseren art naschen. schätzungsweise hatte dieses monsterexemplar 8 kilo, mit einem durchmesser von mehr als einem meter und reichte für eine firmenfeier von 30 personen. perfekte cuisson und königlicher mandelgeschmack. da hätten durchaus mehr als drei heilige könige ihren spass dran gehabt und vor erfurcht ihre botschaft vergessen.

BROT








so und nicht anders sieht das perfekt brot aus: bissfest, knackig, haltbar, sexy!

photography: copyright joerg lehmann

"das volk braucht poesie und brot" ... eine forderung von der französischen philosophin 
SIMONE WEIL. dem schliesse ich mich an. brot ist für mich DAS grundnahrungsmittel (vom wein mal abgesehen) und mein herz bebt beim anblick grosser brotleibe. brot verführt, lässt träumen, macht geschichte fassbar und baut eine brücke zum anfang von allem.

die auf den photos abgebildeten brote sind allesamt aus der bäckerei MAISON LANDEMAINE in paris. "wer zu spät kommt bestraft das leben" sagte doch gorbatchov. wer zum falschen bäcker geht, bestraft das leben umsomehr. es gibt da draussen kleine bis grosse backkatastrophen zu sehen, hier in paris, da in frankreich aber vor allem in deutschland. die tränen fliessen dem brotamateur beim anblick der industrieware, die in sog. bäckereien auf ihre mehr oder weniger ahnungslosen kunden warten. eine tragische backsinfonie könnte man es nennen, mit welchen nichtrespekt das deutsche brot zum banalen produkt geraten ist. vertreiben sollte man sie, jene die sich zu unrecht bäcker nennen, das handwerk sollte man ihnen legen, mit schmutz beschimpfen. nenn es, sag es und mach es!

MAISON LANDEMAINE in paris:

56, rue de clichy
75009 paris
tel.: 00331.48.74.37.64
metrolinie 13, station liège

26, rue des martyrs
75009 paris
tel.: 00331.40.16.03.42
metrolinie 12, station notre-dame-de-lorette

130, rue de la roquette
75011 paris
tel.: 00331.43.79.98.03
metrolinie 9, station voltaire

in allen drei läden viel gutes brot, richtige croissants (haben den namen verdient!), schnuckelige süssereien und schooooooko :-). öffnungszeiten in allen boutiquen:
dienstag-sonntag 7h-20h

Freitag, 15. Januar 2010

PARIS 8.arr.


studiös in der offenen küche, entspannter service



creme de cresson de fontaine au caviar imperial de sologne



foie gras au naturel, chutney de coing au sureau



saint-jacques roties aux épices à la rose et aux artichauts



macaron de mangues, sauce fruit de passion

photography: copyright joerg lehmann


M64 nennt sich das erst 3 monate alte restaurant im HOTEL INTERCONTINENTAL in paris. so kurz wie den namen könnte man auch das essen beschreiben: delicious, 1A produkte, lesbar und erschwinglich.
chef ROMAIN MARZET hat seinen sekundanten (toshi) und alle anderen küchenkünstler aus dem GEORGES V mitgenommen und hier ein theater aufgebaut, das ohne special effects auskommt und nur aus sich selbst leben kann. das contemporane ambiente tut gut im klassischen paris und der blick von tisch 1 einerseits richtung patio, und andererseits in die offene küche machen spass und schaffen vertrauen. 
in der küche wird still laboriert, der service ist perfekt present aber elegant unsichtbar. 
fazit: nichts wie hin, besonders für businesstermine geeignet, da die tische einen guten diskreten abstand voneinander haben.

64, AVENUE MARCEAU
75008 PARIS
tel.: 00331.44.43.36.50
metrolinie 1, station charles-de-gaule etoile

Samstag, 9. Januar 2010

ZUCKERROHR


das zuckerrohr in seinem originalzustand

photography: joerg lehmann

es kommt aus polynesien und wird seit jahrhunderten in indien in der landwirtschaft genutzt. dieses "kolonialprodukt" war zu damaligen zeiten äusserst rar und nur vermögenden menschen vorbehalten. das ersatzprodukt, wie auch heute noch, war immer der honig. dann irgendwann, schleppten die kreuzfahrer das zuckerrohr in europa ein und die protugiesen brachten es nach brasilien. in dem sog. "zuckerzyklus" der kolonalisationsgeschichte brach nun die traurige zeit der skalverei an. tausende wurden lebendig oder halb tod nach amerika verschleppt, um als billige arbeitskräfte die harte erntearbeit zu leisten. auch heute noch kommt der "stoff der träume" aus vielen armen ländern und die verarbeitung ist sicherlich nicht einfacher geworden. die arbeit in den feldern ist physisch extrem anstrengend, begleitet durch hohe luftfeuchtigkeit und temperaturen in den anbauländern. eines der anderen grossen probleme ist die schiefe lage der marktsituation. der rübenzucker wird von der europäischen union als exportgut subventioniert und drittweltländer sind dadurch nicht konkurrenzfähig. also, zeit zu handeln!

ich versuche meinen zuckerkonsum auf ein minimum zu begrenzen. allerdings ist er überall, als geschmacksträger und unerlässliches element beim kochen. was wäre die heiss geliebte creme brulé ohne zucker, oder das brioche, oder die selbstgemachte aprikosenmarmelade? im tee oder im café allerdings: njet. auch kommen bei mir keine industriekekse, kartoffelchips, fruchtsäfte, coca cola und andere nestlé-schweinereien in meinen körper. wir leben nur einmal! grund genug bewusst zu essen und den alltäglichen supermarktmüll nicht anzufassen.

Freitag, 8. Januar 2010

LA BOURGOGNE - EIN WINTERMÄRCHEN


chambertin clos de beze



das kreuz von romanee conti



chambertin clos de beze















montrachet

photography: copyright joerg lehmann


philipp der kühne (1363-1404) muss in den wintertagen kalte füsse bekommen haben. er war der erste herzog vom burgund und erkannte die kommerzielle bedeutung des weines. seine intelligenz zu diesem thema wird besonders durch sein verbot des düngens der weinberge manifest, offensichtlich waren die erträge zu hoch. beim näheren hinsehen hat das mittelalter viel leid gebracht, aber auch grosse männer wie philipp den kühnen. 
welchem politiker würde man heute den beinamen "der kühne" oder "der mutige" geben? welcher mächtigen person würde man heute mit würde gegenüber treten, die sich verdient macht um unsere umwelt, unsere luft, die weinberge oder die landwirtschaft???

uns bleibt eine schöne winterlandschaft in dieser zeit. an der cote d´or und in manchen ecken könnte man meinen, seit dem kühnen herzog hat sich hier nicht viel verändert. verschlafen liegen orte wie chambolle-musigny an den waldhängen, uralte reben sind mit weissen zuckerhauben bedeckt und kein mensch weit und breit. wie durch eine zeitmaschine in eine ferne zeit versetzt, liegt diese wunderschöne stück erde verschlafen da. und dann, lange geträumt und zur realität geworden,  entweicht sanft der korken einer grossen flasche burgunder, rubinrotes blut aus pinot noir oder goldener rebsaft aus chardonnay. was könnte grösser sein? jetzt, möchte man mit dem herzog am warmen kamin sitzen. draussen schneestürme und drinnen gespräche über kaiser PROBUS, die MEROWINGER oder die benediktiner mönche von cluny. so oder anders könnte es gewesen sein ...

SENZA CUCINA





photography: copyright joerg lehmann

das leben besteht nicht nur aus essen ... alte hose ... eben auch aus hosen, jacken, shirts, jupes und alles was den körper mit schönheit umhüllt. der gourmetpilot als berufknipser von tartes und jambons de parme kann aber auch anders. zur zeit in den paris boutiquen der modedesignerin agnès b sind die photos der neuen kollektion 2010 aus der hand desjenigen zu sehen, der eigentlich nur essen und trinken inszeniert. ein schöner ausflug in die welt der verwandlungen des äusseren, welche mehr über die person aussagen als mancher zugeben möchte. könnte man etwa behaupten, wer sich gut kleidet isst gut und andersherum? schön wär´s oder ist es doch so? fragen über fragen. doch da fällt mir jemand ein! claudio, der zauberkünstler am herd der anonymen köche: guter typ, kochen kann er und fesch sieht er auch noch aus. also, der beweis ist angetreten. geht doch!!!!