Freitag, 23. April 2010

MÄRCHENWELTEN

















photography: copyright joerg lehmann

pascale palun hätte eigentlich auch märchenerzählerin werden können. diese mysterische welt ihrer installationen fasziniert und lässt eine ungebändigte fantasie erahnen. aus stoffen, gelebten gegenständen, haptischen materiealien verzaubert sie sofort und lässt den betrachter ohne leitfaden in ihre visionen einsteigen. jedes benutze teil ist aus seinem kontext herausgenommen und in einen neuen gesetzt worden. der miniatur fahrradfahrer auf dem bilderrahmen, der ausgestopfte igel im holzkorsett. pascale pelun vergnügt sich fast kindlich mit drahtarbeiten und lichtobjekten, die welt anders und zeitlos erscheinen zu lassen. hier sind es souvenirs, dort fundstücke auf der strasse, die sie zur createurin des zeitlosen werden lassen. die stille, unaufdringliche poesie trägt viele emotionen; man möchte geradezu hineingleiten in ihren mikrokosmos, sich in ihrem atelier verstecken und nachts den kirchenglocken von avignon lauschen. wenn dann das gelbliche licht der strassenlampen durch die leicht gewellten fenster dringt, rufen sich romeo und julia liebesbekundungen zu, das ausgestopfte eichhörnchen springt von fauteuil zu fauteuil und die magie nimmt ihren lauf.

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