Mittwoch, 14. April 2010

LA GRANDE TRISTESSE IN DER CAFÉTASSE


die liebhaber des café. haben die es gut. mit genuss und hingabe das göttergetränk zu geniessen.


letztes wochenende in einer meiner lieblingsstrassen in paris: rue des martyrs. auf der suche nach skurilitäten der gerade stattfindenden brocante (flohmarkt), denke ich mir, geniesse den frühling, nimm ein bisschen sonne zu dir und einen espresso dazu. die sonne war da, die gute laune an einem samstag morgen, zeuge des beginnendesn tages zu werden und ein blauer himmel auch. bon ...
die terrasse eines inzwischen namentlich verdrängten cafés lag zur sonnenseite und die bestellung des kleinen schwarzen eine kleinigkeit. der chinesische "herr ober" (mehr und mehr brasserien und cafés in paris werden von chinesen geführt) kam flott mit meinem ersehnten getränk um die ecke und die enttäuschung war fast wie immer: gross! eine zumutung, ein greuel, pleurre aus der kantine, bitterwasser, der leibhaftige schatten eines cafés, elefantenpipi, une honte!!! auf meine umgehende beschwerde kam chinesisches achselzucken und der kommentar: ah bon? (warum bleiben chinesen nicht beim zubereiten von hunden und katzen, schlangen und käfern?)

guten café in paris zu finden ist inzwischen wie schwierig wie wasser auf dem mars. was kann man im gottesnamen eigentlich alles falsch machen bei der zubreitung eines espresso? viel! die maschine nicht sauber, druck nicht hoch genug, cafésorte für den a... usw usw. der preis ist heisser wie das getränk und man träumt von cafégenüssen im verrauchten hawelka in wien, wo der kleine braune mindestens so ernst genommen wird, wie die garzeiten einer jacobsmuschel in einem französischen gourmetrestaurant. warum zum himmel schaffen die franzosen es nicht einen einfachen café zustandezubringen, geschweige denn pasta "al dente" zuzubereiten?? warum sagt der name "ristretto" hier niemandem etwas, oder der begriff "crema"? trauer erfüllt meine sinne bei dem gedanken, dass die mir so liebgewonnenen cafébesuche auf dem boulevard keinen reiz mehr haben. ich trinke keine cola und auch kein perrier im café, ich will einen café comme il faut, bordel! meine jahrelang gepflegte hasskappe gegen starbucks aus dem fernen westen bröckelt und erstaunlicherweise wissen gerade die, wie man einen café oder cappucino macht. fazit: rein ins pariser starbucks, café in die hand und gemütlich in der lärmfreien zone des palais royal den schwarzen geniessen. die sonne gibt es gratis und klasse hat es auch.

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