Montag, 19. April 2010

BEITRAG 400 - LARGER THAN LIFE



eine ladung parma bitteschön




stoffservietten, stringend gebügelt 




die namengebende fontaine




viel wein vom pape clément




die poularde ohne wenn und aber, sie lebt wie sie war




...




ein kleine douceur: profiterolles mit eis






o-ton: "das habe ich gerade aus calais mitgebracht. besser als die blonde d´aquitaine"

photography: copyright joerg lehmann


en direct. in der FONTAINE DE GAILLON, home made cooking à la GERARD DEPARDIEU, kommt nichts unnötiges auf den teller. kein an und bei, unter oder drüber, noch blingbling und daneben. auf den ersten blick mag man sich fragen, wo hier der besuch gerechtfertigt ist. der verwöhnte pariser metropolengast, massakriert von avant und après desserts, endlosen amuse bouches oder gar, wie in deutschland, den famosen, langeweiligen grüssen aus der küche ...
hier, nichts davon. die bresse poularde kommt mit ein paar kartoffeln und etwas sosse, der parmaschinken etwas ungeordnet und sowieso, alles en direct auf den teller. der geschmack, ohne wenn und aber, eine poularde ist eine poularde und ein lamm ein lamm. in diesem theater wird nicht bob wilson gegeben, gourmandiese theater ohne effekte, doppelte böden und bühnen akrakadraba. auch der service besticht durch eine nonchalante, latente anwesenheit und kann ohne anbiederung (wie hat es den herrschaften geschmeckt??? ) den abend begleiten. von diesen institutionen gibt es nicht viele. das restaurant ist dem meister nicht ganz unähnlich. 

DEPARDIEU, obelix und bergerac, mammuth und dumas, ist grösser als das leben, und so ist sein essen: gewaltig und ohne make up.

Kommentare:

  1. erfreulich zu lesen wie es in der FONTAINE DE GAILLON zugeht. da würde ich auch gerne mal hin. ich mag es ohne schnick schnack.

    AntwortenLöschen
  2. Undekoriertes Essen. Oder wie Gérard einmal gesagt haben soll: Respekt gegenüber den Produkten. Schön zu sehen, dass er tut, was er sagt!

    AntwortenLöschen