Dienstag, 9. Februar 2010

VON DER KUNST DES REISENS


lieber ein taube in venedig sein als reisender in der THAI AIRWAYS.

photography: copyright joerg lehmann

wie gingen mir die alten auf die nerven, wenn ich als kind den grossen zeigefinger von oben auf mich zukommen sah, mit der bemerkung "... damals war alles besser ..."
der vergleich des jetzt mit dem damals muss den menschen schon immer beschäftigt haben, die zeit geht voran, technologien vereinfachen dies und erschweren anderes. 
nehmen wir das reisen: als goethe mit seiner italienreise 1786 mit calesche und viel neugier durch die alpen trabte, muss er sehr nah am wirklichen leben entlanggeritten sein. seine eindrücke des kulturellen italiens in dieser zeit erzeugt neid in meiner fantasie. auch alexander von humboldt war wenige jahre später nach asien unterwegs (1829) und sammelte pflanzenethnologische eindrücke in der ferne, so auch in süd-amerika. im jetzt reisen wir zu mehreren, sehen nichts und werden für unser geld schlecht behandelt (paris).

realität: wenn ich heute von meiner ersten flugreisen spreche (1979 von hamburg nach berlin) mit einer DC9 oder 10, so erinnere ich mich an einen kleinen gemütlichen backsteinflughafen kurz vor der stadt hamburg. DAMALS, als es flughäfen noch flughäfen waren und keine shoppingmalls mit fluganschluss, als die fantasie noch nicht reichte um flugzeuge in die luft zu jagen und damals, als service noch verantwortung für den gast war, da war das fliegen noch abenteur. jetzt, nach gut 2mio abgeflogenen kilometern und verstrichenen 30 jahren, ist meine reisepille bitter geworden. der fluggast ist zur klarsichthülle mutiert, den es zu ärgern gilt, den man in zu enge flugzeugsitze steckt und den man so schnell wie möglich loswerden will nachdem er bezahlt hat. 
unglücklicherweise zähle ich zu den ECONMOMY fliegern und damit zu den 99,9% der weltweit herumirrenden wenigzahler (meine 1st class oder businessflüge nach asien oder amerika/australien waren leider die ausnahme) und so vagabondiere ich mit allen anderen von airport zu airport und komme körperlich geschändet am zielort oder zuhause an.
nun gibt es selbstverständlich feine unterschiede von airline zu airline und flughafen zu flughafen. seit meiner ersten flugreise habe ich weltweit ca. 140 airports und ich weiss nichtmehr wieviele airlines ausprobiert. zu den absoluten "no go airports" zähle ich folgende:

LONDON HEATHROW (a nightmare)
MOSKAU SHEREMETYEVO (alt, verloren und wenns schlecht läuft 4 stunden vom centrum)
RANGOON INTERNATIONAL (stickig und unorganisiert)
DUBAI INTERNATIONAL (lange wartezeiten, schlecht gelauntes personal)
PARIS CDG 1 (selbst nach renovierung nicht gut gelöst, gepäckausgabe k a t a s t r o p h e)
ROMA FIUMICINO (ausschilderung schlechter geht nimmer)

SCHLECHTESTE NOTE ÜBERHAUPT: BANGKOK SUVARNABHUMI (der absolute knüller an katastrophe!!!! wenn irgend geht meiden. aus europa ankommend 1,5 bis 2 kilometer fussmarsch zum transfer domestic, chaotische ausschilderung, gigantesque shoppingmall mit grössenwahn und aldiqualität, nicht endenden security controllen - komme aus phuket und es sammeln sich ca. 400 leute auf 200qm vor dem ersten x-ray check, dann nach 200metern das gleiche nochmal etc. - nicht bis schlecht englisch sprechendes personal im shopping/foodsektor .....) wehmütig erinnere ich  mich an den alten airport mit seinem fast familiären ambiente.

professionel geht es widerum hier zu:
TOKYO NARITA und HANEDA (schnelle und effektive abfertigung ist in allen japanischen flughäfen die norm. hier verliert man keine zeit mit irgendwas. nicht mit dem gepäck suchen, in der schlange stehen oder sonstigem!!!!!!!) perfekte nahverkehrsanbindung
OSAKA KANSAI (architektur) perfekte nahverkehrsanbindung
SHANGHAI PUDONG (architektur) sehr gute nahverkehrsanbindung
HAMBURG (netter kleingärtnerhub und familienatmo) seit kurzem s-bahn ins centrum
HONGKONG (check in in HK CENTRAL) perfekte nahverkehrsanbindung
WIEN SCHWECHAT (internet wlan free!)
SYDNEY (entspannt)

was fast alle airports gleich haben, ist das schlechte foodangebot. kantinenqualität in luxusambiente (hoffnung macht das KÄFER RESTAURANT am MÜNCHEN airport).

zum fliegen selbst:
früher habe ich mir mein lunchpaket (foie gras - wein etc. ) mit an bord genommen und konnte essen was ich wollte und wann ich wollte. auch dieses letzte plaisir ist uns im rahmen der terroristenjagd abhanden gekommen. heute sitze ich eingeengt und einarmig mit messer und gabel fuchtelnd zwischen zu dicken nachbarn oder im tempo vorbeirauschenden serviermädels.

besonders negativ auffällig die THAI AIRWAYS:
heute morgen durfte ich noch in dem tagesblatt THE NATION, den ceo der thai im cockpit sitzend fröhlich lächeln sehen, mit der aussage: wir kommen aus der krise gestärkt heraus, alles wird besser ...  entweder fliegt er eine andere airlines oder er war unter drogen. die 747-400 der thai airways erfüllen nicht im geringsten den internationalen standard: ANA (all nippon airways) hat in allen economysitzen videoscreens eingebaut, standesgemässe kopfhörer etc. ) auf der thai maschine gibt es 1! screen für alle, also pro compartment (ca. 60 reisende), kopfhörer nett eingepackt aber unter null qualität und man zeigt die gleichen filme auf der hin und rückreise (sehr spannend - sollte man den film auf der hinreise nicht verstanden haben, hat man auf der rückreise eine 2. chance). die vor vielen jahren netten und sehr hübschen stewardessen sind zu automaten mutiert, die entweder ihren job nicht mehr mögen oder einfach nur ausgestorben sind. der "thaicharme" ist vergangenheit. die lautsprecheranlage (mein transistorradio ist besser) zerstückelt die ohnehin schlecht verständliche ansage des kapitäns "in english" zu einem ratespiel. das futter ist internationaler standard (mensa wuppertal o.äh.).
meine empfehlung: meiden sie bangkok airport und vor allem THAI AIRWAYS. try singapor airlines! 

mein reisefazit: besser zuhause bleiben, es kann nur schlimmer werden. die aussichten sind nicht gut, es seidenn man hat einen kleinen privatjet. dann heisst es wieder ganz munter: LA VIE EST BELLE

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