Dienstag, 19. Januar 2010

FISCHAUGEN


interessanter grössenvergleich mit meiner uhr. hier gibt es was zu knabbern!
photography: copyright joerg lehmann


über die grenzwertigkeit von essen lässt sich trefflich streiten. da gehen die meinungen durchaus auseinander und jeder definiert seine essmöglichkeiten. die auf dem photo abgebildeten fischaugen photographierte ich auf dem fischmarkt der südjapanischen stadt FUKUOKA auf der insel kyushu. gegessen habe ich  sie nicht und eine idee habe ich auch nicht wie man diese augen (thunfisch oder schwertfisch) zubereiten könnte. sie sind aber auch nicht das einzige produkt, wo man schon beim anblick die augen rollen könnte. ich möchte meinen werten lesern den folgenden text aus der ZEIT nicht vorenthalten. aus den dem artikel angeschlossenen rezepten könnte man durchaus sein nächstes 
weihnachtsmenü zusammenstellen.bon appetit!

Bubble, Blubber, Blutwurst

Die abscheulichste Waffe im Kampf der Völker untereinander: die ekelhaftesten Gerichte

Dem Blood pudding wird wohl nie eine internationale Karriere gelingen wie dem ehemaligen Recyclingprodukt Pizza. Blood pudding, auch als Black pudding bekannt, ist ein englisches Resteessen, das aus Blut, Fett und minderwertigen Fleischresten besteht. Blood pudding gehört nachweislich zu den schlechtesten Speisen der Welt.

Wenn Engländer Gemüsereste in der Küche haben, machen sie daraus gern ein Gericht namens Bubble and Squeak. Es besteht grob gesagt aus Kohl, Karotten, Zwiebeln und Kartoffelbrei. Das witzigste an dieser Speise ist noch der Name: Außer ein paar wirklich abgekochten Engländern mag kaum einer das Mahl, es wird international geächtet. Bubble and Squeak zählt, wie eine ganze Reihe anderer Spezialitäten aus England, Schottland, Irland und Wales, zu den Gerichten mit dem miesesten Leumund überhaupt.

Direkt vor Bubble and Squeak in der Hitliste der absolut grauenvollsten Verpflegung: Haggis (mit Haferflocken gefüllter Schafsmagen, Schottland), geräucherte Fledermäuse (Indonesien), Vogelnestsuppe (China), Büffelpenis (Asien), Ochsenmaulsalat (Deutschland) sowie Blubber. Blubber scheint, außer in Eskimokreisen, absolut indiskutabel. Blubber ist rohes Fett von Meeressäugern. Die Ureinwohner von Alaska schätzen das wabbelige Zeug als energiespendende Delikatesse.

Warum löffeln Menschen ungeborene Küken aus befruchteten Eiern? Warum verzehren manche Völker Würmer, Eidechsen und Honigameisen? Für die einen ist gekochter Tigerpenis das Größte überhaupt, die anderen lecken sich nach geschmorter Klapperschlange, gesottenem Schweinsgekröse, gekochtem Hahnenkamm oder Kamelfüßen in Vinaigrette die Finger. Während sich viele Europäer kaum vorstellen können, Kuhurin oder Tee mit Jakbutter zu trinken wie in Indien und Tibet, ekeln sich die meisten Japaner vor verschimmeltem, stinkenden Käse.

Ray Bruman hat eine Theorie entwickelt, nach der viele Kulturen ein Gericht erfinden, das auf Nichteingeweihte absolut ekelhaft wirkt, um sich von Fremden zu unterscheiden. Hobbykoch und Internet-Surfer Bruman stellte seine These im weltweiten Datennetz vor und bat um Beispiele. Die schockierende Rezeptsammlung gab ihm insgesamt recht: Eßsitten dienen auch zur psychologischen Kriegsführung.

Wie wäre es sonst zu erklären, daß Bundeskanzler Helmut Kohl die Freundschaft zu besonders wichtigen ausländischen Staatsgästen dadurch testet, daß er ihnen Saumagen vorsetzt?

In einer amerikanischen Internet-Usegroup zum Thema "Food & Cooking" zettelte Ray Bruman am 16. Juni 1994 eine eher harmlose Diskussion darüber an, warum Amerikaner so wenig Innereien essen, wogegen Franzosen zum Beispiel Hirn mögen und Bayern Kutteln als Schmankerl schätzen. Im Laufe von drei Jahren entwickelte sich die Internet-Seite zu einem weltweiten empirischen Vergleich von Eß- und Trinksitten.

Kern der interkulturellen Debatte: Jedes Volk hat ekelhafte Gerichte auf der Pfanne, um Auswärtige abzuschrecken und den Zusammenhalt durch seltsame, undurchschaubare Rituale zu stärken. Taiwanesen essen zum Beispiel gern Affenhirn, indem sie den Affen festschnallen, ihm den Kopf aufsägen und dann auslöffeln. In Taiwan gilt dieses Gericht als Sozialereignis und Leckerbissen. Europäer und Amerikaner halten sich da lieber an die Devise von Woody Allen: "Ich mag mein Essen nicht lebendig, nicht krank oder verletzt. Ich mag es tot."

Die Liste "Weird and Disgusting Food" beschränkt sich nicht nur auf Namen und Rezepte, sondern ist gespickt mit Thesen über widerwärtiges Essen. Auch harmlosere Beispiele wie Peanutbutter, gekochter Schafskopf oder Schnecken führt das Horrorverzeichnis der internationalen Küche auf. Vieles ist Geschmackssache. Aber Einigkeit besteht über die Ansicht, daß es nicht nur die Ingredienzen sind, die ein Gericht als abscheulich erscheinen lassen. Ekelhaft ist nicht nur, was aus unüblichen Zutaten zubereitet wird, auch Basisprodukte wie Brot, Käse und Wurst können auf Außenstehende abstoßend wirken, wenn sie seltsam verarbeitet werden. Zum Thema US-Brot gibt ein täglicher Konsument zu bedenken: "Gibt es irgendein anderes Land, in dem Grundnahrungsmittel so grundlegend abstoßend sind wie in den USA?"

Selbst ein Nahrungsmittel wie Bier kann absonderliche Formen annehmen, wenn es in falsche Hände gerät. Dänische Studenten bereiten Biersülze zu, indem sie Bier und Gelatine fest werden lassen und in die Sülze Käsekügelchen einbetten. Eine erbitterte Diskussion führt die Newsgroup "rec.food. cooking" seit Monaten über die Frage, ob amerikanischer Fruitcake nun bizarr sei oder nicht. Die Fertigfruchtkuchen-Feinde definieren ihr Haßobjekt als "Baumaterial mit eingebetteten Anhäufungen von hellgrünen und scharlachroten transparenten Substanzen sowie fluoreszierenden Fruchtflecken". Verteidiger des Fruitcake (die meisten Fans stammen aus dem mittleren Westen) streiten das alles ab, weil sie sich über Retortenfraß definieren; deshalb verteidigen sie auch Jell-O Salad, American cheese aus der Sprühdose und White Castle Sliders, würfelförmige Hamburger, die nicht besonders schmecken, aber wegen ihrer Form Kultstatus besitzen.

Ob amerikanischer Fruitcake nun eßbar ist oder nicht - Freßforscher Ray Bruman sieht das umstrittene Backwerk als "kulturelles Merkzeichen" zwischen Bevölkerungsgruppen an. Das längste Kapitel überhaupt in der umfangreichen Dokumentation über die schlechtesten Speisen der Welt behandelt eine Frucht: Durian.

Dieses in Südasien verbreitete Gewächs ist so groß wie ein Fußball. Unter einer stachligen Haut befindet sich das blaßgelbe Fruchtfleisch, dessen Konsistenz an Hirn erinnert. Das Zeug schmecke "so ähnlich wie Maniok-Pudding mit Zwiebelaroma", behauptet Durian-Hasser Ray Bruman.

Das Essen einer Durian erfordert die Vorausplanung von sozialen Kontakten, denn es ist ähnlich wie mit dem Knoblauch: Der Geruch haftet einem noch tagelang an. Über den Geschmack nämlich streiten sich die Kenner, aber in einem Punkt sind sie sich einig: Durian riecht nicht gut. In Malaysia ist es verboten, Durian im Mietwagen mitzunehmen. "Tagelang mußte ich aufstoßen", berichtet ein Durian-geschädigter Engländer im Food-Forum, "und es roch immer nach Gulli."

Am meisten Ekel erregen natürlich Gerichte, an denen Blut, innere Organe, lebende, rohe oder halbgare Tiere sowie Insekten beteiligt sind. Rohe Fischaugen (Südostasien) zum Beispiel. In Taiwan und China gibt es ein Gericht namens betrunkene Shrimps. Es ist genau das, was man sich darunter vorstellt. Lebende Shrimps werden in einen Topf mit heißem Reiswein geworfen und wenig später mit den Stäbchen herausgefischt. Gebratene Insekten wie Zikaden-Engerlinge oder Seidenraupen gehören in China zu den exklusiveren Feinkostprodukten.

Insekten setzen immer wieder zum Sprung an in die europäische und amerikanische Küche. Es ist ihnen aber noch nicht gelungen, Fuß zu fassen, obwohl es ziemlich interessante Rezepte gibt: Bananen-Wurm-Brot zum Beispiel, Chocolate Chirpie Chip Cookies oder Käfersülze.

Unbestritten unschön ist die philippinische Sitte, ein befruchtetes Hühneroder Entenei ein paar Tage lang zu wärmen, dann weich zu kochen und inklusive halbfertig gebrütetem Küken auszulöffeln. Baalut heißt der Leckerbissen. Eine andere philippinische Spezialität ist Diniguan. Sie besteht aus Schweinskopf, Schweineleber, Schweineherz und Schweineblut.

Eßverhalten ist nicht angeboren, Geschmackssinn dagegen schon. Kinder hassen sozialpsychologisch durchaus sinnvolle Spezialitäten deshalb zunächst, was ziemlich verständlich ist. Erst wenn sie das Vertilgen von abstoßend wirkenden Speisen und Getränke wie Ochsenzunge, Prärieaustern oder Hühnerfüßen gelernt haben, gehören sie als Vollmitglied zur Gruppe.

Besonders schwer aber müssen es die Eskimokinder haben: Zuerst werden sie zwei bis drei Jahre lang gestillt, was ja noch okay ist. Aber dann steigen sie um auf Lebertran und rohen Fisch. Positiv gesehen: Der Dauerfrost in der Arktis bringt auch kulinarische Vorteile. Ein rohes Walroß läßt sich problemlos zwei bis drei Jahre einfrieren. Wenn dann unangemeldet Besuch kommt oder die Kinder zehn Freunde mitbringen, haben die Eskimos immer genug zu essen.

Um den kleinen Schneemenschen das harte Leben wenigstens ein bißchen zu versüßen, gibt es Eis aus eigener Herstellung. Das wird nach Angaben von Alaska-Kenner Robert Hughes aus folgenden Komponenten zubereitet: Karibufett, Seehundöl und Preiselbeeren.

Bananen-Wurm-Brot:

200 Gramm Backfett, 350 Gramm Zucker, 2 zermanschte Bananen, 1 Teelöffel Backpulver, 1 Teelöffel Salz, 200 Gramm gehackte Haselnüsse, 2 Eier, 100 Gramm geröstete, getrocknete Army Worms. Alle Zutaten mischen. In einer eingefetteten Form bei 220 Grad eine Stunde lang backen

Käfersülze

2 Packungen Gelatine, 1 Packung geröstete Heuschrecken. Gelatine mit kochendem Wasser auflösen. Geröstete Heuschrecken einrühren. Drei Stunden abkühlen lassen

Gebratene Klapperschlange

1 Klapperschlange, Sorte Western Diamondback. Mehl, Salz, Pfeffer und Knoblauch. Gewürze und Mehl vermischen. Schlange häuten, ausnehmen und in Portionen schneiden. Schlangenstücke in Gewürz-Mehl-Mischung rollen. In sehr heißem Fett goldbraun braten

Halbgefrorenes Walroß

Walroß aufschlitzen und ausnehmen. Vögel und andere Kleintiere fangen, Walroß damit ausstopfen. Walroß für zwei bis drei Jahre im dauergefrorenen Boden eingraben. Dann viele Leute zu einem Festessen einladen

Betrunkene Shrimps

1 Liter Reiswein, 20 lebende Shrimps. Reiswein zum Kochen bringen. Lebende Shrimps in die Flüssigkeit werfen und schwimmen lassen. Nach einer Minute wieder herausfischen. Kopf abbeißen und essen

Kommentare:

  1. Dazu verweise ich auf www.deependdining.com.
    Sehr lustig, sehr lecker. Manches.

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