Dienstag, 30. Juni 2009

ROOM 15


photography: copyright joerg lehmann

MICHEL BRAS, laguiole - 29.06.2009 - 18:04

AUBRAC


calaudo, gazello, fidelo und marquiso kurz nach dem frühstück



hortenso und mili. liebe auf den ersten blick



mutter minetto mit sohn ripublico beim morgendlichen herzeln

photography: copyright joerg lehmann


haben wir nicht alle irgendwann das gleiche problem? welchen namen gebe ich meiner kuh? alors là, wie bei den gören, ist die auswahl gross und die diskussionen lang. das kind/rindviech soll ja auch im ausgewachsenen alter den namen noch mit würde tragen. 
rettung in sicht! endlich gibt es auch für kühe ein namensverzeichnis. schon lange quält man sich mit der suche herum und findet nicht so recht sein glück (siehe horst-dieter aus der steiermark).
auf der aubrac kuhseite www.aurelle-verlac.com, findet jeder ohne probleme den richtigen namen für sein schätzchen. aufgeteilt ist die namensliste nach caractereigenschaften oder beispielsweise physischen details. die "vier von der tankstelle" (photo) traf ich gestern morgen so gegen 7h auf dem morgenspaziergang bei laguiole. atemberaubende hügellandschaften, endlose ruhe und bunte wiesen mit frischen kräutern verwöhnen die nachfahren des auerochsen. hier möchte ich auch ein rind sein.

Samstag, 27. Juni 2009

MÜNCHEN


.....


in münchen denkt und isst man gross

der bub und seine mutti vom gemüsestand

romantischen balladen

im hofbräuhaus ist gut sein

odeonsplatz

das lokale netzwerk

hans im glück

gerstensaft

 könig oder kaiser?

man trägt bayrisch

hier hält man sich an traditionen fest

am eisbach

photography: copyright joerg lehmann


lange ist es her, dass ich als photographische mission, münchen als thema hatte. gerade finde ich photos aus jener zeit, in der ich versucht habe mich der münchner seele zu nähern. 
wie sind die münchner eigentlich frage ich mich bei jedem besuch. "sie sind eindeutig anders", ist wie immer mein statement nach einer visite der bayerischen landeshauptstadt.
fragt man den zeitgenössischen münchner, warum es denn gerade münchen sein muss, kommt seit jahren die gleiche antwort: "man ist hier schnell in italien". mit verlaub, es wäre doch traurig, reduziere man diesen traditionsreichen flecken erde, auf einen reinen "von hier biste schnell an der riviera" ort.

wie ist er oder sie denn nun, die münchener/innen? aus dem fernen frankreich betrachtet, würde eine definiton wie folgt ausfallen: man möchte nicht hamburger sein und kann aber auch nicht sizilianer werden. zum französisch sein reicht es leider nicht, berlinern will man schon garnicht. so findet sich der münchner perfekt im zentraleuropäischen sinne in der mitte von allem und verkleidet sich gern als germanischer italiener katholischen ursprungs, um sich mediterran an bier und nicht zwingend an prosecco zu erfeuen. doch doch, in feinerem umfeld trinkt er oder sie auch chardonnay oder perliges zur bretzel und denkt über eine globalisierte weisswurscht mit sushicaracter nach. er oder sie zeigt sich gern im englischen park unten, oder auf der leopoldstrasse oben ohne. 
beim essen allerdings versteht man hier keinen spass!!! was den münchner so sehr unterscheidet vom schleswig-holsteiner, ist die esskultur. was man da oben zu wenig hat, gibt es in münchen zwar nicht zu viel, aber fast. mein lieblingsort ist übrigens geisels vinothek.
man kann aus dem bahnhof kommend, geradezu direkt dort hereinfallen und das leben nimmt seinen anfang.  überhaupt fragt man sich, ob die münchner die geselligkeit erfunden haben. zwanglos wird man am biergartentisch entweder mit betrunkenen chinesen vernetzt, oder mit "grüss gott, i bin dä kuat, bist zuag-reist?". nutzlos erklären zu wollen, dass man mit dem flieger gekommen ist. bayrisch ist nichts für anfänger. 
gegessen wird in münchen also eher sehr gut, tendenz modernes terroir. ex-papst ecki witzigmann hat münchen mit seiner aubergine in alpenhöhe gekocht und seitdem schreckt man vor superlativen nicht zurück. auch ist hier falsche bescheidenheit nicht volkstümlich. man zeigt was man hat und das ist auch gut so. besonders generös sind die portionen bei den authentischen wirtshäusern und natürlicherweise bei den gedirndelten wirtinnen! für anhänger der minimalistischen origamikost ist der bayerische küchenstadel keine gute adresse. 
fazit: münchen ist eine adresse für weltoffene moderne traditions gaumenakrobaten. 
bon appetit! 

LA GERIA

die minikrater "zoco" im hochland von lanzarote

photography: copyright joerg lehmann


das new yorker museum of modern art bezeichnet das weinanbaugebiet LA GERIA auf lanzarote als "ingenieurskunst ohne ingenieure". bon, ich würde sagen, dass die ingenieure die natur selbst sind und der mensch, der irgendwann entschlossen hat, in dieser kargen landschaft wein anzubauen. tatsache ist, dass die klimaverhältnisse keine andere technik zulassen, so werden ca. 1m durchmesser grosse krater benutzt, um die junge weinrebe vom wind zu schützen. angebaut werden die sorten malvasia und moscatel. 
wie so oft im süden, wird offensichtlich mehr lanzarote-wein verkauft als es geben kann. das erinnert mich stark an korsika, wo tausende tonnen von halbwilden schweinewürsten und anderen produkten verkauft werden, es aber tatsächlich nicht so viele freilaufende und herumliegende korsensäue gibt. die kurze frage an einen taxifahrer in ajaccio brachte dann auch eine andere wahrheit an den tag. man bedient sich der italienischen viecher aus sardinien. hahaha

um dem problem mit von festland gestreckten wein auf lanzerote ein ende zu machen, haben sich die winzer zum CONSEJO REGULAR DE ORIGEN zusammengeschlossen.

Mittwoch, 24. Juni 2009

HOTEL DE PARIS, MONACO

hier stapelt sich der saft der träume und die herzen schlagen fest ...

photography: copyright joerg lehmann

wie muss man sich eine superlative vorstellen? gross wie der grand canyon? hoch wie der jin mao tower in shanghai? lang wie die transib? oder oder oder. der weinkeller des legendären HOTEL DE PARIS in monaco ist so eine superlative. hier möchte ich aus versehen eingesperrt werden, wenn machbar das ganze wochenende oder länger. am liebsten mit guten freunden, adäquaten riedel gläsern und dem versuch alles aufzumachen was geht. das ist natürlich nicht möglich, denn hier lagern ca. 500tausend flaschen wein, schön verpackt und aufgereiht auf 15ooqm. der weinkeller unter dieser "modesten" monegassenherberge ist somit der grösste der welt. hier liegen sie die grossen namen und die kleine ecke hinten, extra abgeschlossen, nennt sich chateau petrus. petrus trägt ja bekanntlich nicht die appellation "chateau", hier weist es aber auf einen kleinen extrakeller hin, indem mehr als eine handvoll von ihnen liegen und auf den solventen käufer warten.
zum trinken muss auch gegessen werden: die wahl ist einfach! im RESTAURANT LOUIS XV kocht frank cerutti seit vielen jahren die mediterrane küche auf höchstem niveau, ohne tadel und viel amore. zu den 950 verschiedenen weinen aus dem weinkeller, gesellen sich 18 verschiedene wassersorten und 10 verschiedene kräutertees. mein besonderes erlebnis: lunch im "AQUARIUM", so nennt man den chefs table bei den ducassens. mitten drin im leben und die küche so nah vor den augen, dass man fast das gefühl hat mitzukochen.


hotel de paris
place du casino
98000 monaco
tel.:00377/98.06.88.64
geöffnet alle tage ausser dienstag und mittwoch
vom 01.07-19.08.2009 auch mittwoch abends geöffnet

Dienstag, 23. Juni 2009

PARISPARIS




















appetizer, amuse bouche: kurzbesuch in paris. man nehme ein glas wein (flasche macht es auch) zur hand und geniesse einen kleinen virtuellen parisrundgang. bonne visite!

NACHSCHLAG BRETAGNE - ohne worte


photography: copyright joerg lehmann

Montag, 22. Juni 2009

TRAUMFABRIK IM KUFSTEIN



















photography: copyright joerg lehmann


"form follows function" war die strategie von claus riedel. er war der erste glasmacher, der nicht nur den ästhetischen gesichtspunkt eines weinglases entwickelte, sondern dem individuellen stil eines jeden weines gerecht werden wollte. 
die firma riedel feierte im jahre 2006 ihren 250zigsten geburtstag und kann sich wohl als weltweit nummer 1 in sachen weingläsern nennen. die familiengeschichte reicht sogar noch weiter zurück (siehe riedelwebseite) und wird wohl auch in zukunft nicht vor innovationen für uns weintrinker zurückschrecken. in meinem weinschrank lasse ich nur riedel könnte man sagen, gebe es da nicht inzwischen auch andere glasdesigner und sommeliere die sehr interessante gläser gestalten (sommelier p. jamesse in chateau les crayeres/reims mit seinen champagnergläsern beispielsweise).
in meinem weinschrank sind die riedels klar die mehrheit und dieses wird sich auch nie ändern. die balance aus eleganz/gewicht/optik und vorallem die formgebende weinaromenkonzentration in richtung nase entwickelt sich prächtig. besonders interessant ist für mich die degustation des leeren glases. wenn also die restflüssigkeit im glasinneren durch oxydation den weincaracter quasi explodieren lässt. dann wird es aufregend und nach dem trinkgenuss folgt eine andere, olfaktorische welt.
die hier gezeigten aufnahmen sind im rahmen einer reportage für das japanische magazine WINE KINGDOM enstanden (2000)