Sonntag, 26. April 2009

FRÜHLING, FRÜHLING





photography: copyright joerg lehmann

welch ein april! in den elsässer weinbergen und gegenüber im badischen spielt die natur geradezu verrückt. ein frisches grün und bunt überzieht seicht die erdoberfläche. die apfelbäume spriessen als wären sie auf brautschau. die weinreben ziert schüchterne kleine blättchen, aufgereiht wie in einer jungen schulklasse. dazu das morgendliche vogelkonzert, während kitschige storche runden über die fachwerkhäuser drehen. bin ich in einer naiven malerei oder ist es doch ein märchen?

was wird uns dieses jahr noch bringen, an grossen weinen und saftigen äpfeln? schon ahne ich feigen und pflaumen an paradisisch anmutenden bäumen, deren äste vor lauter völlerei bis an den grashalm reichen. ich sehe teppiche von roten kirschen gegen den blauen himmel leuchten, süsse himbeeren auf sommerlichen wochenmärkten und paradeiser mit pesto und frischem landbrot. miam miam .... das wird ein jahr!

Donnerstag, 23. April 2009

GLOBALISIERUNG IM ELSASS

photography: copyright joerg lehmann


da frage ich mich natürlich, ob mein elsassbesuch mit einer BOUILLABAISSE gekrönt werden muss .... oder bestelle ich in marseille choucroute mit würstchen?
wie auch immer, das photo wurde bei meinem heutigen nachmitags spaziergang durch colmar geschossen. ich erinnere mich natürlich an die wirkliche bouillabaisse in marseille und die anderen fischsuppen in der welt, die man schon deswegen nicht bouillabaisse nennen sollte, da man die hierzu erforderlichen fische nicht hat. ich mag das original und dazu sind unbedingt die kleinen fische nötig, die man früher beim fischer an der cote einen tag vorher bestellen musste.

die bouillabaisse in einem restaurant ist allerdings reine vertrauenssache. sollte sie irgendwo für 16,90 aufgerufen werden, finger weg. in guten restaurants kostet sie mindestens 45 euro plus. sie wird täglich neu gemacht und mit nur für sie bestimmten fischen bestückt. man sollte sie nicht aufheben und am gleichen tag konsumieren. also: frisch oder garnicht!

Mittwoch, 22. April 2009

SUNSET IN PARIS

tartelettes au citron

snobinettes

paris brest

mini framboise

mini fraise

mini baba

macarons framboise

glands

éclairs

photography: copyright joerg lehmann


ich erinnere mich an ein café am schulterblatt, nebenan der sparkasse. ebendort habe ich zu hamburger zeiten (in den 80ern) viel spass an den "petits fours" gehabt. die damalige verkäuferin sprach diese kleinen konditorwunder aus wie "päti fua", also mit einem ordentlichen hamburger akzent. sie passen so schön praktisch mit einem schnipp in den mund und könnten als droge verdächtig sein. nurmal zum spass, hier das kleine programm dieses nachmittags, genre sonntenuntergang in paris mit einem glass champagne oder cremant. la vie est belle, n´est ce pas?

patisserie landemaine, paris

Dienstag, 21. April 2009

LIBRAIRIE GOURMANDE, PARIS


photography: copyright joerg lehmann


wer liest eigentlich diese ganzen kochbücher frage ich mich in der räumen der pariser 
LIBRAIRIE GOURMANDE. über zwei stockwerke ziehen sich die kochbücher und andere literatur zum thema küche und wein. würde jeder franzose auch nur eins von diesen am herd stehen haben, müsste man sich über die "mal bouffe" keine sorgen mehr machen. mein gefühl ist eher, dass die bücher irgendwo zwischen fernseher und kinderzimmer untergebracht sind und doch zum mac gegriffen wird. vielleicht täusche ich mich aber (hoffnnung). zumindest gibt es den trost vom guten essen zu träumen in den bunten seiten der marmeladen, küchlein, sonntagsbraten, foie gras und allem was der erdball so an essbaren hergibt.
 
frust stellt sich dennoch ein, undzwar bei der photoqualität der sog. chefkochbücher. zeitweise habe ich das gefühl, dass diverse photokollegen besser autoreifen oder unterhosen photographieren sollten. da fehlt es emotionen und es fehlt an sensibilität im licht.
ferner wird mit sternen und anderen dinstinguierten orden nur so geprotzt. kein buch ist zu schwer und zu gross, um omas einkaufscaddy in die knie zu zwingen. wie soll man bitteschön diese riesen nachschlagwerke handhaben und wer soll beim betrachten dieser "guck mal das ist gross und das bin ich" schinken appetit bekommen? da wird gezirkelt was die nadel hergibt, meisterwerke aus zucker oder sonstigem filigranen molekularblödsinn auf die seiten gezogen und nebenbei ein rezept mit 150 zutaten und drei wochen zubereitungszeit als trendsetter für die nächsten jahre verkauft. brrrrrhh, wo geht´s hier zum futternapf und wo bleibt die freude des kochens? muss man demnächst 8 semester chemie studieren um ein rezept lesen und verwirklichen zu können? verwechseln unsere weissen schürzenkünstler vielleicht essen mit der dokumenta? darf man das noch anfassen oder wird das dreierlei von an auf drunter und drüber unverhofft im mund explodieren und den saalchef veranlassen den notarzt zu bestellen. MAN WEISS ES JA NICHT!

92, rue montmatre
75002 paris
tel.: 00331.43.54.37.27
geöffnet montag - samstag 11h - 19h

Montag, 20. April 2009

KAISEKI


photography: copyright joerg lehmann


meine blogleser haben es sicherlich schon verstanden: ich bin japanophil
gut, auch muss ich das nicht rechtfertigen und auch nichtmehr aufzählen warum ich japan mag. gründe habe ich genug, undzwar soviel, dass ich dort lieber heute wohnen möchte als morgen. das ist nicht möglich, also verlege ich dieses erlebnis auf das nächste leben.
aber: es gibt selbstverständlich erinnerungen und vorlieben in japan, die ich schon mehrer male erleben konnte, in ihrer ganz puren und profonden art.
hierzu gehört das sog. KAISEKI essen. alle spezialisten sind sich wohl darüber einig, dass es aus der zeit der hungernden ZEN-MÖNCHE stammen soll. sie legten bei den fastenperioden einen warmen stein auf  ihren körper um das hungergefühl zu unterdrücken (kaiseki = erwärmter stein). aus dieser "steinzeremonie" wurde dann später ein leichtes essen, welches zur "TEEZEREMONIE" gegessen wird und mehrere gänge beinhaltet.

in unserer zeit wird kaiseki nicht nur zur japanischen teezeremonie serviert, sonder auch in eleganten restaurants zwischen tokyo und kyoto. diese gänge sind kleine portionen, die eher an tapas erinnern würden als gänge in unserem europäischen sinne.
oben gezeigte photos zeigen eine kleine impression von kaiseki aus dem restaurant KAMURA in tsukiji/tokyo. DIE adresse allerdings für kaisekifreaks ist das restaurant KITCHO in kyoto.
hier vermählen sich die träume von japanischen gärten, traditionellen holzhäusern, junge japanerinnen im kimono oder yukata, die hohe kunst des zusammenspielens von farben und formen, saisonalem gemüsen und frischem fisch, wald und das leichte dahinplätschern eines flusses, haiku und shamisen und und und.

Sonntag, 19. April 2009

MY HOME IS MY CASTLE

chateau la lagune im medoc

grosses küchenkino

wie beim könig in der badewanne

natürlich mit prinzessin oder mätresse

chateau loudenne im haut medoc, mit anschluss ans wasser

und zauberhaften zimmern

très romantique

zeitgenössisches bei marie courcelles in der dépendance des chateau thieuley

kein schloss aber charme. mein geheimtip! winzerin marie kocht selbst

chateau carbonneau auf der anderen seite von bordeaux, appellation ste. foy bordeaux

hat wein, kühe und den romatischen schlossgarten zum verweilen

photography: copyright joerg lehmann


.... oder, "schlafen und essen im chateau" könnte man es auf deutsch/französisch nennen.
in der zeitschrift ESSEN UND TRINKEN gibt es gerade die richtigen adressen, um sich mal als sonnenkönig, oder zumindest als sein assistent zu fühlen. bekanntlich wird im bordelais viel guter und zu teurer wein vinifiziert, zeitweise gestalten die bodelaiser blaublüter aber auch ihr versailles zu einem minihotel, oder wie man in frankreich sagt "chambre d´hotes" um.
schreiberin claudia muir war nun mit ihrer caleche unterwegs und hat die ehemals königlichen küchen und schlafstetten untersucht. keine sorge, die betten sind auf zeitgenössischem niveau, und die inhaber tragen weder perücken, noch pudern sie übermässig ihre gesichter. caracter haben sie aber, der eine mehr, der andere weniger. fest steht, das die träumerei in den alten mauern ein grosses erlebnis ist und nebenbei wein von erschwinglicher grösse auf dem abendlichen schlosstisch serviert wird. bon voyage!                 

Mittwoch, 15. April 2009

DICHTUNG UND WAHRHEIT IN JAPAN

falsch: pasta mit tomatensauce

falsch: dorade, bonito, langouste etc. 

flasch: sushi aller art

echt: auslage im "depato" mitsukoshi in ginza/tokyo. zusehen vielerlei bento mit richtigem essen

photography: copyright joerg lehmann

ein restaurantbesuch für "gaijin" (nicht japaner) kann selbst bei geübten wiederholungstätern wie ich einer bin, zum echten problem werden. touristen gibt es in japan, aber so zahlreich sind sie doch nicht, dass man speisekarten in anderen sprachen wie serbokroatisch, englisch, dänisch oder ähnlichen sprachen erwarten dürfte. doch praktisch wie die japaner nunmal sind, gibt es abhilfe in form von künstlich hergestellten gerichten (meist aus irgendeiner palstikmischung), die vorzugsweise drausssen im schaufenster ausgestellt sind. so macht es durchaus sinn, sich die nummer zu merken oder das servicepersonal an die hand zu nehmen und mit dem finger zu zeigen: kore onigaishimasu! (das da bitte).  die auswahl ist bekanntlich gross und die handwerker zahlreich, die diese kleinen plastiksushi/fische/tempura/sashimi/kuchen/pasta/ramen etc. herstellen. 

BESTECK

photography: copyright joerg lehmann


ein teil meiner sammlungen diverser dinge sind gabeln, messer und löffel. die auswahl in frankreich ist gross, da viele familien im laufe der zeit ihr tafelsilber unters volk bringen müssen.
die auf dem photo abgebildete gabel ist aus silber und trägt einen stempel mit der aufschrift "bonne soeur". auch nach ausgiebiger recherche auf dem internet konnte ich keine informationen dazu finden. sollte jemand da draussen hilfe habe, bitte ich um eine nachricht.

Montag, 13. April 2009

TEE-K ME AWAY

SPEAK FRENCH - "je thé-me ... moi non plus "

MAYBE BABY
HI DARLING - " love is in the air "

photography: copyright joerg lehmann


bei SAMOVA einen tee erwerben, heisst nicht nur tee trinken, sondern in eine welt der fantasie eintauchen. mit dem tee wird ein lebensgefühl vermittelt und eine seelische verjüngung akzeptiert (das ist schön). da heisst es doch bei dem tee MAYBE BABY: "i was made for lovin´you baby, you were made for lovin´me" und es geht weiter mit der anleitung: nicht nur süssholzraspler überzeugen mit dieser edlen fruchtmischung aus kontrolliertem biologischen anbau ......
ist der fancy dosendeckel erst aufgeschnippt, erzählt sich diese in worten beschriebene welt von selbst. glücklicherweise haben die samova-kids den tee aus der oma und "häng´mir mal den beutel da rein ... " ecke, in den modernen kosmos gehoben. DANKE!

JACQUES TATI, MON ONCLE

funktionale küche (ausschnitt)

gartenchic mit fruchtsaftarrangement und farbigen kieselsteinen

chevy aus den 50ern mit vollautomatischer garagentür. im vordergrund schirm und hut

photography: copyright joerg lehmann

JACQUES TATTI kämpfte in seinen filmen unermüdlich gegen die moderne. besonders trifft diese tatsache auf seinen 1958 erschienen film MON ONCLE zu. 
seit dem 10. april haben alle tati freunde die möglichkeit, die seinerzeit in einem filmstudio in nizza entstandene VILLA ARPEL zu bewundern. das erst kürzlich eröffnete CENTRE 104 (paris 19.arr.), hat den originalset aufgebaut und führt den betrachter zurück in die 50er jahre, als die ersten "robotisierten küchen" auftauchten. zusehen ist auch der garten und der chevy von 1956. natürlich fehlen weder der wasserspeiende fisch, noch die früchtsäfte und ihre schnittigen mixstäbe. 

Sonntag, 12. April 2009

OSTERN IM ASTIER - PARIS, 11arr.








photography: copyright joerg lehmann

natürlich essen traditionelle familien am ostersonntag im grossen komité an der häuslichen tafel.
da ich nun aber keine familie in frankreich habe, esse ich ohne sie, aber dennoch traditionel.
meine tafel in unserer österlichen metropole ist auf meinem blog bereits besprochen worden und das ist auch gut so. es ist ja schliesslich einwenig mein kulinarisches "à la maison".
zum heutigen menu:

entrée: risotto morilles/pleurottes et oeuf poché
hauptgang: carré d´agneau, purée de persil / carottes glacées (jus de viande)
dessert: ging leider nichtmehr rein :-(

als begleitung: domaine gramenon, cuvé poignée de raisins - cote du rhone 2008
(diesen wein unbedingt merken!)

fazit: eine DER adressen in paris, an denen man nie enttäuscht wird. so wie bei muttern.

Freitag, 10. April 2009

GOURMETPILOTS KÜCHE

photography: copyright joerg lehmann
styling: juliane bennien

innenarchitektin und stylistin JULIANE BENNIEN hat heute mein küche revisitiert. für alles auf diesem photo ist sie verantwortlich, die banane aber kommt aus meinem pinsel. :-)
arbeiten von juliane können auch in kochbüchern und internationalen wohnzeitschriften aller art bewundert werden.