Dienstag, 31. März 2009

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die menukarten sind aus meiner sammlung. ich kann leider nicht ihre herkunft bestimmen.
sie zeigen zwar japanerinnen im kimono, müssen aber nicht zwingend aus japan kommen.

der gourmetpilot sieht sich auch als ästhetischer retter der faden menukartenwelt. unprätentiös ausgedrückt, gibt es hier anregungen umsonst und ich hätte nichts dagegen, wenn auf den tellern und den karten mehr kreatives passieren würde. 
wichtiger sind zwar die welten auf den tellern, zur "mis en appetit" jedoch, kann es nicht schaden, die karten so zu gestalten, dass man sie entweder in einem unaufmerksamen moment des saalhirsches in seine tasche gleiten lässt (ausgenommen karten wie beispielsweise bei OUSTAU DE BAUMANIÈRE, die auf ca. 1 quadratmeter grösse kommen), oder sie als souvenir offiziel als chefdevotionalie unters volk bringt. signiert mit dem schlag auf die schultern, geht der gast raus in die welt und kann behaupten, den grossen häuptling selbst getroffen zu haben.

wo wir gerade dabei sind. es gibt ja immer wieder chefs, die es lieben (und gäste scheinbar auch), kurz vor dem dessert oder danach, die gästefront abzuschreiten. 
da kommt er dann, der gott im weissen kittel, im makelosen küchendress, frisch friesiert, den bart gestutzt und man fragt sich ob er die verkleidung nur zur gästerunde angelegt hat. die schuhe sind schon lange keine sicherheitstreter mehr, sie wurden ersetzt durch einen maasschneider aus italien oder london. am arm hangelt gut sichtbar ein metallenes uhrwerk, die finger manikürt und nichts deutet auch annähernd auf küchenarbeit hin. in zeiten, wo die schweren jungs am herd schwitzenden dienst taten sind wohl vorbei. heute lauert die first class lounge der air france und das promotionpaket zwischen tokyo und san diego. schliesslich will man ja dépandencen eröffnen wie yannick alleno in marrakech oder  jean-pierre vigato als berater im legendären mamounia in der gleichen stadt. 

zurück zur saalrunde: was antwortet man denn da, wenn der berühmte chef am tisch vorbeischlendert, mit einem grinsemann um den mund herum und der frage "und, wie war´s???? auf den lippen.    -   euhh, ja, euh also, ja ja, es war wie naja, wie soll ich sagen ähhh ..... windet man sich dann hin und her, das dreierlei von schokoeinerlei im munde wendend. bevor man dann die adäquate antwort zurechtgelegt hat, ist er bereits am nachbartisch. dort lauert vermutlich eine gierige lokalprominenz mit schmucker gemahlin, ein geheimrat mit oder ohne rätin, oder vielleicht ein insolventer banker mit  noch schwarzer amex karte. man weiss es ja nicht.

ich möchte keine fragen am tisch beantworten, sondern meine ruhe haben. wenn ich den chef unbedingt sehen will, lasse ich nach ihm schicken.

SAINT LUCE

photography: copyright joerg lehmann

keine ahnung warum dieses kleine wunder SAINT LUCE genannt wird. vielleicht kann mir jemand helfen. mein patissier aus dem haus, für alle die ihn immernoch nicht kennen - BOULANGERIE/PATISSERIE LANDEMAINE - hat leider auch keine plausible erklärung parat. ist ja eigentlich auch wurscht, tatsache ist, das törtchen schleicht sich fast von selbst in den hungrigen rachen und bringt folgendes statement auf den punkt:
60 sekunden deines lebens, die du missmutig bist und mit schlechter laune verbringst = 1 minute die du nicht mit lachen und guter laune verbracht hast; also verloren. fazit: hin zum nächsten patissier und gute laune tanken. la vie est belle!!!!!!!!!!! (das geht übrigens auch mit wein, oder beides zusammen ....)

Montag, 30. März 2009

CULATELLO und PARMIGIANO


photography: copyright joerg lehmann

als ich mit der journalistin GABI GÖTZER von der zeitschrift ESSEN UND TRINKEN letzten sommer durch die po-ebene fuhr, staunten wir nicht schlecht. die CULATELLI (italienischer schinken, der NICHT am knochen reift), hingen in den dunklen und feuchten kellern wie goldbarren in der bank of england. in geheimnisevollen gewölben, mit spinnenweben versehen und kräftigen luftzug, könnten man sich so manchen mord einer krimiserie vorstellen....

.... "nachdem  strassenräuber antonio von hauptkomissar cesare in einem schinkenkeller bei roccabianca gestellt worden war, erschloss sich ihm das gesamte bild des grauens. 
hier, wo die schinken vom leichten wind der po-ebene gestreichelt werden und die berühmten käse des nahen parma, die nero parmigiano geniesser den verstand verlieren lassen, hatte antonio seine morde vorbereitet, ja sie gefeiert mit den spezilitäten der region. an den feuchten wänden waren schwer identifizierbare, mit nägeln eingeritzte notizen zu sehen, die den namen des jeweiligen opfers vermuten liessen. in den dunklen ecken waren die mordwerkzeuge verstreut. sie teilten sich den raum mit leeren weinflaschen grosser jahrgänge schwerer italienischer rotweine. komissar cesare hatte derartiges nie gesehen in seiner laufbahn. er war angeekelt und verzaubert zugleich, vom anblick der angeschimmelten schweineblasen die von der decke hingen und der misere seines kellerbewohners .....

nein so war es nicht! gabi und ich haben sie mit genuss verschlungen, und den PARMIGIANO dazu. verstanden haben wir nicht, warum man immer sagt: "leben wie gott in frankreich" ... dem würde es in italien nicht schlechter gehen, wenn nicht besser!

OHNE WORTE

photography: copyright joerg lehmann

maritimes leben: gesehen im GREEN-T-HOUSE LIVING, BEIJING

WEIN - VON GROSS BIS KLEIN

photography: copyright joerg lehmann

wie heissen flaschen denn nun wirklich? um die verschiedenen grössen und deren namen, gibt es viel unwissen und missverständnisse. hier zur aufklärung die fakten:

PICCOLO: 20 cl (1/4 flasche )
LA CHOPINE oder LE QUART: 25 cl (1/3 flasche)
DEMI oder LA FILLETTE: 37,5 cl  (1/2 flasche)
POT: 46 cl (2/3 flasche)
BOUTEILLE: 75 cl (1 flasche)
MAGNUM: 1,5 l (2 flaschen)
MARIE-JEANNE oder DOPPELMAGNUM: 3 l (4 flaschen)
RÉHOBOAM: 4,5 l (6 flaschen)
JÉROBOAM: 5 l ( fast 7 flaschen)
MATHUSALEM oder IMPÉRIAL: 6 l ( 8 flaschen)
SALMANAZAR: 9 l (12 flaschen)
BALTHAZAR: 12l (16 flaschen)
NABUCHODONOSOR: 15 l (20 flaschen)
MELCHIOR: 18 l (24 flaschen)

das photo zeigt einige beispiele aus meinem weinkeller, teils bereits ausgetrunken :-( , andere warten noch auf das richtige momentum vinum fantasticum :-)

für jene, denen die 18 liter nicht reichen um eine party mit weinfreunden zu starten, empfehle ich ein fass zu kaufen. aber das ist ein anderes thema. mehr dazu demnächst.


Sonntag, 29. März 2009

AUFRUF! AUSRUF!

photography: copyright joerg lehmann


nein, hier gibt es nichts zu verkaufen! ich möchte meine leser höflichst bitten, hier und da einen kleinen kommentar in die maschine zu tippen. nein, nicht mir eine e-mail schicken, sondern einen KOMMENTAR hinterlassen! wie finde ich sonst heraus, ob die arbeit die ich mir hier mache gefällt oder am ... vorbeigeht. natürlich interessiert mich die meinung meiner mit-geniesser/gucker/schmecker/lästerer/trinker/romantiker/stadtneurotiker/fahrer/flieger/
nochmehrtrinker/foiegrasesser/keineangstvornichtbekanntemessenhaber etc. 
dankend, ihr gourmetpilotmacher/schreiber/knipser
.... auch habe ich einen aufruf gestartet vor nicht langer zeit, mit der bitte um das talent von gastautoren. hat denn niemand was zu sagen? nichts gelebtes oder schmausiges, was man den lesern nicht vorenthalten möchte?

GLOBAL FOOD

photography: copyright joerg lehmann

wer einmal eine reise tut ...... der kann was erleben. bon! auf der suche nach den geheimnissen des orients, begegnete ich einem völlig neuen restaurantkonzept. gleich neben dem "platz der geköpften" (djemaa el fna) in marrakesch, gibt es ein dem internationalen publikum noch völlig unbekanntes joint venture der grossen chefs der welt: hier kochen folgende herdkünstler zusammen: 

CARLOS ARGINIANO
JIMY OLEVER
BIRNARD L´OISEAU
ALAIN DECASSE
ERIC RAMZI
(schreibweise wie auf der werbeplane des hauses)

sollte also der uns allen so am herzen liegende guide michelin eine nordafrikaausgabe planen, hoffen wir, das hier die sogenannten sterne nur so vom himmel sausen .... oder geht es doch nur um die toiletten und das spa im keller????

das photo entstand am späten vormittag. bei einem zweiten besuch dieser gourmetoase zur mitagszeit, hatten nur 4 gäste in dieses restaurant gefunden. ... also ganz wie in paris!

ROUGET DE ROCHE (streifenbarbe)

rougets de roche auf dem markt von menton

best of alain ducasse, gericht aus dem neuen kochbuch des meisters

photography: copyright joerg lehmann

zu meinen lieblingsfischen zählt der ROUGET DE ROCHE. beim einkaufen am markt oder beim fischhändler sollte man allerdings auf absolute frische achten und nur die kleinen modelle aus dem mittelmeer kaufen. sie haben mehr geschmack und sind subtiler als ihre grossen kollegen aus dem sénégal. am feuer ist absolute vorsicht geboten, die dinger sind sehr fragil und benötigen eine sehr sehr kurze garzeit ( ansonsten zerfällt das fleisch in trockenfutter ). man isst die haut selbstverständlich mit, die wenigen schuppen lassen sich leicht lösen. natürlich kann man sie auch "farci" essen, also gefüllt mit einer selbst kreierten farce. 

ich sage: der koch, der den rouget richtig zubereiten kann, weiss wie man fisch behandelt! leider erleidet das arme tier in vielen küchen in der pfanne des koches den zweiten tod: den des zu starken feuers :-(

auf dem photo zu sehen: FILETS DE ROUGET DE ROCHE POELÉS, SAUTÉ DE POMME DE TERRE & RUBANS DE COURGETTE Á LA TAPENADE
aus dem buch: BEST OF ALAIN DUCASSE, LES EDITIONS ALAIN DUCASSE  2009

FOIE GRAS oder WER BIN ICH?

essen verboten! gesehen im filmmuseum in osaka/japan

photography: copyright joerg lehmann


da gibt es doch immerwieder besserwisser und gutmenschen, die die gänsestopfleber (foie gras) mit schande und tierquälerei betiteln. ich empfehle zur überprüfung der voruteile eine produzentenfarm aufzusuchen. beispielsweise in der gascogne, wo man seit generationen dieser tradition nachgeht und die gourmands aus nah und fern, die stopfleber in allen ihren variationen geniessen. und es ist ein fest! mit sauternes oder einem leicht süssen aber mineralischen chenin blanc, mit feigenkonfitüre oder rieslinggelee: hier geht´s lang zum finale, hier fühle ich mich untergebracht und darf meinen schwächen schadlos nachgehen. natürlich geht`s auch getrüffelt oder mit artischocken gespickt, warum nicht auch in der pfanne geschwenkt oder mit kartoffeln ....

DAS ANDERE LEBEN:
was uns die miessmacher nicht erzählen: sie fliegen in alle himmelsrichtungen um ihren arsch nahtlos der sonne auszusetzen, sie lassen sich auf flughäfen mies behandeln und werden wie treibvieh an passkontrollen und durch endlose warteschlangen geschoben. sie lassen sich in flugzeugen, die legebatterien gleichen, in zu enge sitze zwängen. man gibt ihnen essen, das diesen namen nicht verdient hat. sie müssen essen, da sie hunger haben und sie werden freiwillig essen, halb auf dem knie des nachbarn, messer und gabeln in akrobatischer manier gen rachen schiebend. sie verteilen krümmel des trockenbrotes und fettaugen des zur schuhsohle durchgekochten fisches, sorgsam auf ihren hosen und hemden. sie sind glücklich, da man sich um sie kümmert und freuen sich, dass es ihnen besser geht als den enten und gänsen, die irgendwann zur fettleber werden.
kann das leben schöner sein?

GUTEN FLUG UND SCHÖNE FERIEN DANN!

Freitag, 27. März 2009

Mittwoch, 25. März 2009

TOD IM WEINBERG?

photography: copyright joerg lehmann


auch in den weinbergen frankreichs rasseln die messer und das gift ist nicht weit.
ein winzer aus dem chablis soll versucht haben seine frau mit arsen umzubringen. er spekulierte offensichtlich auf eine erbschaft des weingutes nach dem tod seiner frau, die die alleinige inhaberin des winzerbetriebes ist. nun steht der 51 jährige vor gericht und muss sich einer anklage des versuchten mordes unterziehen. das ergebnis der gier könnte 30 jahre haft für ihn bedeuten. seine frau ist ausser lebensgefahr. das geht doch ein bisschen weit mit der liebe für das gottesgetränk.

Dienstag, 24. März 2009

IM GARTEN VON EDEN

photography: copyright joerg lehmann

24.märz 2009, 7:51 JNANE  TAMSNA, marrakesch (bitterorangen)

Sonntag, 22. März 2009

TARTELETTE AU CITRON

TARTELETTE AU CITRON von BOULANGERIE/PATISSERIE LANDEMAINE/PARIS

photography: copyright joerg lehmann


da heute sonntag ist, möchte ich dem geneigten leser meines blogs nicht vorenthalten, dass ich am nachmittag des tages, an dem der mensch ruhen sollte, ohne die kleinen süssigkeiten vom konditor nicht leben kann und auch nicht will. ob man bei gott wie in frankreich isst, oder gott in frankreich das essen gelernt hat, oder wie auch immer, fest steht für mich: ein sonntag nachmitag ohne patisserie ist wie ein samstag nachmittag ohne patisserie: nämlich garnicht gut, überhaupt nicht nach meinem gusto.
wenn nämlich mein BOULANGER/PATISSIER unten im haus am montag seinen verdienten ruhetag schiebt, wirbt mein körper um zuneigung ... und ich kann ihn nicht sofort befriedigen. also enthalte ich mich an diesem tag in der woche .... oder gehe zur GALERIE LAFAYETTE GOURMET nicht weit von hier. da lauert verführung und wolke 9. in diesem nirwana der gaumencosmen, findet sich "tout paris" zum schlemmen ein. 
alles gut, aber: montags ist KEIN fischtag! dennoch werden fische und meeresfrüchte angeboten, bei deren anblick ein fischermann oder angler vor pein erröten würde. FINGER WEG!!!!

Samstag, 21. März 2009

SAUCISSONS

photography: copyright joerg lehmann


"j´ai vu six cents suisses manger six cent six saucissons, dont six en sauce et six cents sans sauce".

"ces six saucissons - ci sont secs qu´on ne sait si c´en sont"

bon dimanche!

hat noch jemand einen?

die französichen SAUCISSONS SEC (trockenwürste) gibt es in sehr zahlreicher form:

vom: esel, wildschein, korsisches schwein, schwarzfussschwein, strauss, ente, hirsch, toro, ziege, reh, bison und andere ...

mit: haselnuss, steinpilz, walnuss, oliven, piment, kräuter, trüffel, knoblauch und anderem

franzosen knabbern gern stundenlang vor dem essen als "apero" darauf herum. gern ist man dann betrunken bevor das essen den tisch gesehen hat.

PARIS 15arr.

fix und gut

gegrillte tomaten

vorspeise

wolfsbarsch mit kräutereis

épicier bazartche

épicier sepide

photography: copyright joerg lehmann

NOROUZ (happy new year)! gestern abend begann im iran und den anrainerstaaten das neue jahr. es ist das grösste iranische fest, man feiert sowohl das frühjahr als auch das neue jahr. diese tradition geht zurück bis 559-330 v. chr. und enstand einer traditionellen bäuerlichen kultur.

nachdem OBAMA den iranern seine hand gereicht hat, wird er vielleicht bei seiner präsidentengattin typisch iransich gegessen haben. das will ich auch! also habe ich mich in paris auf die suche nach der relativ kleinen iranischen community gemacht und bin in die rue des entrepreneurs gefahren.
hier im 15. arr. von paris gibt es eine sehr überschauliche restaurantszene, dazu épiciers, die typische iranische produkte verkaufen ( sehr süsse orientalische patisserie, rosenwasser, eingelegtes etc. ).
das RESTAURANT MAZEH existiert seit schon 25 jahren und ist stolz auf seine besucher, die wie bei uns, hier und da in die linsen grinsen ( hier z.b. charles aznavour ).
eigentlich handelt es sich um eine mischung aus traiteur und restaurant, wo unprätenziös die gerichte auf den tisch kommen. hier wird nicht umständlich dekoriert oder verschönert, man isst was man sieht. hinterm offenen tresen qualmen die grills und mutti,  sohnemann und kollegen, sind bemüht der nachfrage nach lammspiessen, hähnchenspiessen und safranreis nachzukommen. keine grosse gastronomie aber gutbürgerliche familienküche aus dem orient.

zum anlass des neujahrsfestes kamen dann die klassiker wie joghurt, kräuterbouletten und salzgurken auf den tisch. der gegrillt wolfsbarsch war völlig in ordnung, tendenz natur und richtige garzeit, der reis fiel auf durch ein angenehmes aroma von kräutermischung.

RESTAURANT MAZEH
65, rue des entrepreneurs
75015 paris
tel.: 00331.45.75.33.89
geöffnet dienstag - samstag 12h - 21:30 und sonntag 12h - 18h
metrolinie 8, station charles michel
auch take away!


iranische epiciers:

BAZARTCHE
72, rue des entrepreneurs
75015 paris
tägl. 10h - 20h geöffnet

SEPIDE
62 ter, rue des entrepreneurs
75015 paris




PARIS 6arr.

sakurai-san knetet den teig, der zu 80% aus buchweizenmehl und 20% aus normalem mehl besteht

das dazu verwendete wasser ist "pariser" leitungswasser, aber entkalkt

die aus der knetmasse entstandene kugel nennt man auch crysantheme



der teig wird bis auf 1mm dicke ausgerollt



und dann zu einem quadrat geschnitten

dieses quadrat wird dann zusammen gefaltet

somit entstehen 12 schichten

mit hilfe eines spezialmessers und einer holzplatte als beschwerung, wird der teig zu nudeln geschnitten

diese werden dann durch schütteln vom überschüssigen mehl befreit, das dazu gedient hat, die schichten nicht zusammen kleben zu lassen

die fertigen sobanudeln finden platz in einer schönen holzkiste und werden dort bis zum verzehr gelagert

soba kann man kalt (bild) essen oder warm. bei der kalten variante, taucht man sie in eine sosse, die aus folgenden elementen besteht: mirin(reiswein), shoyu (sojasosse), fein geschnittene frühlingszwiebeln und etwas wasabi

dazu im bento etwas sashimi, tempura und japanisches omlett (je nach saison)

nicht zu vergessen: tee

photography: copyright joerg lehmann


RESTAURANT YEN ( ausgesprochen wird es wie EN )

niemand kann wirklich sagen, ob es die KÖNGIN VON SABA wirklich gab. wir wissen aber, dass es den " könig von SOBA " gibt. er heisst SAKURAI-SAN und ist chef des einzigen sobarestaurants europas, wo sobanudeln handgefertigt werden.
der name des restaurants YEN in st. germain, gleich um die ecke vom CAFÉ DE FLORE, bedeutet nicht anderes als geld. die japanische tradition sagt, dass man SOBA noch vor dem jahreswechesl essen sollte, damit im darauf folgenden jahr finanzielles glück erreicht werden kann.
dieses finanzielle glück ist hier bei den preisen auch nötig. berücksichtigen sollte man allerdings, dass das buchweizenmehl extra aus japan eingeflogen und vor ort mit hand geknetet, gerollt, geschnitten und kalibriert wird. nur so erfüllt es die hohen ansprüche der meist japanischen gäste, unter die sich natürlich gern prominente franzosen und andere people mischen. gerard depardieu kommt gern schon um 19h (wir machen zwar erst um 19:30 auf ... ), karl lagerfeld kommt garnichtmehr, weil man ihm einen tisch versagte, da das restaurant ganz einfach "complet " war etc.
chef SAKURAI-SAN kann aber unbesorgt sein buchweizenmehl weiterkneten. nirgendwo gibt es die sobanudeln besser und zu dieser qualität auch nicht günstiger.

die desserts werden ausserhäusig von star patissier AOKI SADAHARU geliefert :-)

das mittagsmenu gibt es zum preis von euro 38 ( obento mit etwas sahimi, tempura, tofu etc.)

RESTAURANT YEN
22, rue saint-benoit
75006 paris
tel.: 00331.45.44.11.18
geöffnet montag bis samstag 12h - 14:30h und 19:30 - 22:30h
metrolinie 4, station st. germain des près


Freitag, 20. März 2009

LA FERIA

photography: copyright joerg lehmann


"SEVILLA, QUÉ MARAVILLA"! ( sevilla welch wunder)
LA FERIA, das andalusische volksfest ist nichts für anfänger. bei heissen temperaturen und noch heisserem temperament kocht das blut der andalusier in den strassen von sevilla. die hauptattraktionen sind natürlich tanz, musik und stierkämpfe. aber vor allem an den tapabars der stadt geht es rund. die tapas "deckel" entstanden eigentlich durch eine notsituation, da seinerzeit in den bars die fliegen von den weingläsern abgehalten werden mussten und damalige postkutscher gezwungen werden sollten, zum alkohol etwas zu essen ( ... es kam hier und da durch erhöhten weingenuss zu zustellungsschwierigkeiten ... ). kurzum legte man ein stück brot oder schinken auf jedes glas.

die tapas (entremeses) sind und können alles mögliche sein, bestehen aber meist aus getrocknetem schinken, frittierten fischen, käse, knoblauch, oliven, tomaten, auberginen etc.

tapas gibt es selbstverständlich auch in anderen spanischen märkten. mein lieblingsmarkt ist der MERCAT DE LA BOQUERIA in barcelona.

LA FERIA DE SEVILLA
28.04.-03.05.2009

MARKTTAG

marktszene in TAUNGGYI, burma

photography: copyright joerg lehmann


märkte sind für mich die erste berührung mit einem neuen ort auf einer reise. bevor ich museen oder andere künstlich aufgebaute bühnenbilder anschaue, gehe ich zum markt. hier komme ich in berührung mit dem herzen eines landes, dem esprit einer stadt und der sprache der menschen. nirgendwo kann man so unverfälscht den herzschlag einer minorität, eines dialekts, einer tradtition und der täglichen nahrungsaufnahme beobachten. die gerüche der ausgelegten waren, die vielfalt der angebote und auch die preise von lebensmitteln, erzählen mehr als gelesenes leisten kann. ob in rangoon, tokyo, hongkong, barcelona oder aix-en-provence, überall haben menschen entschieden, dass sie nicht nur einkaufen wollen, sondern das menschliche gespräch als zusätzliche nahrung benötigen. kommunikation, als der austausch von informationen und neuigkeiten ist ebenso wichtig wie die wahl der richtigen produkte. mich fasziniert die poesie des offensichtlich unwichtigen, des alltäglichen.
um zeuge dessen zu werden: keine reservierung erforderlich, das bühnenbild der       "commedia dell`arte" wird täglich wieder aufgebaut und man muss nicht in der ersten reihe sitzen.

Donnerstag, 19. März 2009

FRÜHSTÜCK

photography: copyright joerg lehmann


die grosse frage die sich touristen in paris stellen: wo kann ich gut frühstücken?
franzosen und andere mittelmeerlateiner essen ja bekanntlich spät am abend und sind morgens nicht zwingend hungrig. die angelsachsen und andere wikinger dagegen, diniren früh und haben somit morgens den magen leer. was machen? im café nebenan gibt es den grand crème und ein nicht immer geniessbares croissant auf die hand. der deutsche landarbeiter krempelt also gern die hermdsärmel hoch und will wat deftiges. das wird schwierig. wer denn nichts asiatisches mag (oft schon gegen 10 geöffnet), sollte sich also besser bis zum lunch gedulden. in einigen hotelpalästen gibt es natürlich für sehr viele euro abhilfe, man ist aber gezwungen früh aus dem bett zu springen, da die meisten buffets im restaurant stattfinden, will heissen, gegen 11h ist das schlemmen zum einheitspreis vorbei.
hier demnächst mehr dazu. ansonsten empfehle ich besser zum guten bäcker zu gehen und confiture auf das baguette zu streichen (hier im photo johannisbeer/apfelgelee aus der normandie) .... knacksich und läckää!

baguette: BOULANGERIE LANDEMAINE - 56, rue de clichy - 75009 paris

VÉRONIQUE FRÉMY




photography and artwork: copyright véronique frémy


als die kleine VÉRONIQUE im januar 1968 die welt erblickte, waren die weinberge an der COTE D´OR vielleicht gerade mit schnee bedeckt. die ersten schritte zumindest wurden im väterlichen atelier gemacht, wo es nach holz und und sägemehl roch. die familie lebte seit generationen von der TONELLIERE, d.h. es wurden weinfässer für die benachbarten winzer gefertigt.

kurz und gut, durch die häusliche sensibilisierung mit der welt des weines, entwickelte sich véronique mit den jahren zu einer angesehenden künstlerin, der weder die gummistiefel bei der weinernte fremd sind, noch die fantasien der académie der schönen künste in polen oder die villa medici in rom. 
bemerkenswert ist ihre vielfalt und inspiration um die weinrebe. sie fühlt sich geistig verbunden mit  autoren wie GASTON BACHELARD, ERNST JÜNGER, CURZIO MALAPARTE oder CARLO GOLDONI, also aller poeten, die im wein nicht nur wein sehen ... 

natürlich liebt sie als künstlerin farben, einen besonderen stellenwert hat allerdings rot.
ihr talent drückt sich heute in einzelaustellungen, etiketten, büchern und allen domainen der bacchalischen welt aus. 
ab nächster woche sind ihre arbeiten in der alt eingesessenen buch/objekte/weinhandlung CAVE LEGRAND zu sehen.
in der GALERIE VIVIENNE, gleich vis à vis des PALAIS ROYAL,
steht eines dieser stützpfeiler der pariser weinaristokratie. die CAVE LEGRAND haben eine der längsten weinhändlertraditonen vor ort. hier taucht man ab in ein tiefes traubenuniversum, das nicht durch quantität und grössenwahn, sondern klasse und kompetenz beeindruckt.

ausstellung " PAROLES DU VIN " de VÉRONIQUE FRÉMY
26. märz - 30 april 2009
boutique art et vin et librairie legrand
CAVE LEGRAND FILLES ET FILS
7-11, galerie vivienne
75002 paris
tel.: 00331.42.60.07.12
geöffnet montag 11h - 19h, dienstag - freitag 10h - 19:30h und samstag 10h - 19h
metrolinie 7 und 14, station pyramides