Montag, 16. November 2009

WAL UND THUNFISCH


links walfleisch am spiess, rechts thunfisch



... und im hintergrund buletten von thunfisch und kartoffeln

photography: copyright joerg lehmann


mein magen ist durch reisen um den erdbal so einiges gewöhnt. er hat vor nichts angst und nimmt so manchen schlag ohne murren hin. nun gibt es aber auch tage, an denen ich mich verirre in meinem ausprobierwahn. da war mal ein schlangenlikör in rangoon, der mir so garnicht bekommen wollte und vorgestern in tokyo auf dem fischmarkt diese netten spiesse von wal und thunfisch. sie wurden frittiert und mit zwiebeln versehen und müssen schlechtes fett gesehen haben, oder zuviel fett oder wie auch immer. walfleisch ist nicht pc, schreckt mich aber nicht zurück und ich möchte trotzdem wissen wie es schmeckt. bisher war wal nur in dosenfleischform auf meiner speisekarte, jetzt war er frisch und hat eine durchaus interessante konsistenz. er erinnert eher an fleisch als an fisch, ist sehr sehr kräftig mit fester struktur und vorallem sehr sehr fetthaltig. das wars dann gewesen für den tag ...
walfleisch sieht man auch in japan nicht an allen ecken und nicht täglich. in tsukiji gibt es meines wissens einen stand, der auf diese sorte fisch spezialisiert ist (vielleicht kenne ich die anderen auch nicht). ich rate nicht vom verzehr ab, hätte aber bedenken so etwas auf dauer zu essen. 

Kommentare:

  1. Wow, zwei vom Aussterben bedrohte Fischarten auf einmal, Respekt. Hoffentlich hats gut geschmeckt, denn allzu lange wird dieser Fisch nicht mehr auf unserer Erde zu finden sein, wenn's so weitergeht ...

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  2. das ist genau wie du es sagst und ich habe wenig hoffnung, dass sich länder wie frankreich, griechenland und italien dazu entschliessen werden, den thunfischfang zu unterbinden (um mal in europa zu bleiben, wo das problem genauso leidenschaftlich verschoben wird wie in japan.

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  3. suzeebento@yahoo.de16. November 2009 um 12:16

    seit wann gehören wale zu den fischen? schon mal den begriff „meeressäuger“ gehört? das erklärt dann wohl auch die „durchaus interessante konsistenz“ die den autor eher an fleisch erinnerte.

    lange kann's jedenfalls nicht mehr dauern, bis die meere leer gegessen sind. also, ein jetzt vierzig jähriger mensch hat gute chancen, das zu erleben. dann essen wir den scheiss doch weiter, so lang's ihn noch gibt…

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  4. hihi, eben. und dennoch, es ist traurig, dass es soweit kommen musste. der thunfisch ist opfer seines grossen erfolges geworden. die aussichten stehen in der tat schlecht. natürlich ist der wal kein fisch suzee und er schwimmt dennoch im wasser ;-)
    wenn die europäer sagen würden, das mittelmeer ist ab morgen zu für den thunfischfang, wäre das ein schritt. fragen wir mal sarkzoy und seine amtskollegen ob sie ihre scheisslobby verlieren wollen...
    bestens aus tokyo. es ist 6:20 - ich dann mal zu fischmarkt

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  5. Das Traurige daran ist aber, dass Sie, lieber Herr Lehmann, mit dem Kauf der Spieße bzw. der Buletten auch dazu beigetragen haben. Denn wie es so schön heißt, beginnt alles im Kleinen. Jeder Einzelne kann etwas durch sein Tun, oder auch Nichttun, verändern.

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  6. Jetzt spuck doch den Fisch endlich wieder aus! ;-)

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  7. chris hat ja recht, denke aber, dass durch nicht essen nichts verhindert wird. dafür braucht es einen sofort fangstop z.b. im mittelmeer. dann gibt es keinen fisch mehr zu essen und der bestand würde sich erholen. weder frankreich noch italien und griechenland werden das zulassen und es wird passieren was passieren muss.

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