Sonntag, 15. November 2009

TATORT TOKYO


polizei auf morgendlicher spurensuche in tsukji



in den leeren gängen nach feierabend soll er sich hier versteckt gehalten haben



beweisstücke: fein geschnittener thunfisch der grosses geld auf dem schwarzmart bringt



mokugaiki-san mit hund waka-chan auf zivilstreife



hier wurde sakana-san das letzte mal gesichtet. chef mori-san spricht nur hinter vorgehaltener hand von diesem denkwürdigen tag



die strassenzüge von ginza am sonntag morgen. schwer sich vorzustellen hier jemanden zu finden



polizei tokyostation: hier stellt man die flosse vom gestohlenen hai aus norwegen aus



in diesen umkleidekabinen für arbeiter des marktes fand man persönliche unterlagen, briefe an seine mutter und cubanische cigarren, die auf den aufwendigen lebensstil des gesuchten hinweisen könnten



sein fluchtwagen. als banaler karrenzieher war er hier 2 jahre lang tätig



und doch entwischt. gerade beim aufschneiden eines königlichen exemplars wurde er in die flucht geschlagen und entkam den herannahenden ordnungshütern



verlassen das umfeld seiner kürzlich gefundenen wohnung



ein bild aus seinem familienalbum. dieses muss das letzte photo sein, welches von ihm existiert. wahrscheinlich handelt es sich um ein selbstportrait mit roten strümpfen der marke "herr von eden"

photography: joerg lehmann, sakana-san, behörden


er steht auf der fahndungsliste von interpol und ist in allen japanischen koban-stationen (polizeistationen) als poster aufgehängt. es handelt sich um den international gesuchten fischmörder SAKANA-SAN. zuletzt gesehen wurde er im naheliegenden GINZA, nur einen netzwurf entfernt vom grössten fischmarkt der welt. 
was ist passiert und wer ist dieser mann ? SAKANA-SAN (52), geboren im speckgürtel tokyos, in tachikawa, war schon als kind ein gefürchteter messerwerfer und mädchenschreck. mit seiner für japanische verhältnisse grossen gestalt, bleibt er nicht unbemerkt in den strassen der stadt. augenzeugen berichten von einem 2 meter riesen und han-chinesischen gesichtszügen, eher elegant gekleidet und als markenzeichen rote kniestrümpfe der hamburger firma "herr von eden". in den jahren nach der nicht abgeschlossenen schule schlug er sich mit räubereien, beleidigungen von passanten und nebenjobs herum. diese führten ihn sogar bis nach norwegen, wo ihm für sein alter der grösste coup der fischereigeschichte glückte: allein auf einer modernen motoryacht der lokalen gröbrögrollmül mafia, gelang ihm der klau des gerade zuvor gemeinsam geangelten grössten haifisches der fischereigeschichte: ein tier von 14 meter länge.

später dann verloren sich seine spuren und erst in den frühen 90ern wurde er wieder in greater tokyo gesehen. die bevölkerung und arbeiter des fischmarktes haben zwar furcht, staunen aber nicht schlecht und haben mit den jahren eine sympatie für ihn entwickelt. entwischt er doch laufend der polizei, die vor der lokalen presse mühe hat, den ungewollt freien auslauf ihres gesuchten zu rechtfertigen.

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