Montag, 5. Oktober 2009

DIE KÜCHE


"das lustige haus" - postkarte aus dem jahrhundertwechsel. der koch sieht nicht so wahnsinnig lustig aus, sein herd schafft aber vertrauen.



das KULM HOTEL in st. moritz hatte vor 4 jahren noch ca. 2x 10m herd von dieser art (vielleicht immernoch?). ein augenschmaus!!!!





küche in einem loireschloss. hier möchte man einziehen und seine freunde bewirten, gelage feiern und sich nachts an den herd ketten.


photography: copyright joerg lehmann


neidisch sehe ich mir die küchen der schlösser an. grosse, mit holz zu befeuernde herde stehen dort in den kellern und nebenstellen der adligen gemäuer. auch in den häusern der grossbourgoisie entfernte man sich räumlich gern von der feuerstelle. rauch und gerüche derangierten die gäste, wenn madame zum dinner einlud.

die herde: solide monster waren es in schlössern und grossküchen, bestückt mit kupfercasserollen und viel viel platz. gern würde ich dort meinen roti de boeuf in die hitze schieben und wissen würde ich auch gern, ob es eigentlich einen unterschied macht, einen feuer/gasherd älteren datums zu benutzen oder einen hitech inoxofen (demnächst gibt es hierzu einen test). 
die damaligen "kochmaschinen" finden heute leider keinen platz mehr in einem normalen grosstädtischen appartment. zudem lassen die wenigsten gernesser ihr mahl von ihren hausangestellten zubereiten. die tendenz ist eher die wohnküche, mit tresen und abstellplatz für champus und tapas. die küche ist zum wohnzimmer geworden und der chef brutzelt glücklicherweise nichtmehr allein und vom leben verbannt in seiner verrauchten dunklen kellerecke. der preis? öde einbauküchen aus klebholz. praktisch quadratisch und gut. damals ...

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