Montag, 14. September 2009

AUS OMAS KELLER?



domaine henri bourgeois, sancerre 1986 - sauvignon blanc



vieux vignoble du repaire 1964, monbazillac -dunkle bernsteinfarbe





champagne ayala 1966, noch im originalpapier verpackt

photography: copyright joerg lehmann


es gibt ja so tage, an denen die dinge passieren, die passieren müssen. man trifft einen alten freund wieder, ein geschenk wird vom postboten mühsam in den dritten stock getragen, ein restaurantbesuch gelingt, die aussichten für das "nach der krise" werden besser, der arzt ist mit dem blutbild zufrieden etc. reden wir mal von den guten events die das leben eben zu dem machen, was man "la vie est vraiment belle" nennt.
gestern also, kurz nach meiner pho (vietnamsuppe) im 13. arr. , begab ich mich auf die suche nach requisiten für mein nächsten kochbuch. the place to go ist z.b. der flohmarkt an der porte de clignancourt. dort findet man so ungefähr alles was man nicht braucht, aber auch vieles was man sich leider nicht leisten kann (grosse goldene lüster, ausgestopfte löwen, riesige tische, gemälde aus dem 16. jahrh.).  
nun ergab es sich, dass einer der dortigen commercanten scheinbar omas keller ausräumen durfte und im gleichen zuge die dort liegenden weinflaschen einkassierte. üblicherweise sind in diesen kellern nie grosse bouteillen zu finden, es sei denn, es handelt sich um einen sammler. die allerdings verkaufen ihren stoff nicht an einen flohmarkthändler. trotzdem, glück kann man haben, so erstand ich vor vielen jahren einen chateau chalon 1965 an der brocante bastille und einen älteren champagner von gosset aus den 70ern. die waren ihren kleinen preis wert und die freude gross.
was fand ich also gestern? oben im bild eine reihe von flaschen, die in einem offensichtlich guten zustand sind. niveau gut bis sehr gut, qualität, naja. der AYALA 1966 war leider hinüber, der korken hatte sich zusehr verkleinert, der andere allerdings aus der gleichen zeit (marke war nichtmehr erkennbar) pustete immerhin noch kohlensäure aus der flasche beim öffnen.
ältere champagner entwickeln sich langsam zum wein, da mit der zeit die bubbles verloren gehen. man trinkt dann eher einen sherry oder süsswein. gestern abend  dann, mit etwas foie gras und figues roti, war das leben doch schön. 1966, long time ago. wer mag diese flaschen gekauft haben, zu welchem anlass und wo lagen sie herum über jahre und jahre. das ist die fantasie im wein, die den trinker glücklich macht!

die anderen flaschen werden demnächst verkostet, sehen wir mal was da kommt... im allgemeinen rate ich eher von derartigen käufen ab, muss aber gestehen, dass 6 flaschen für 50 euro ein kleiner preis sind und es der versuch durchaus wert ist.

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