Samstag, 26. September 2009

ALBERT KAHN












szenen aus dem japanischen garten

photography: copyright joerg lehmann


wer ist ALBERT KAHN?

die welt erblickte albert kahn als sohn einer wohlhabenden jüdischen familie am 3.märz 1860, in marmoutier, irgendwo versteckt in den vogesen. wie so manch anderer aus der provinz, zog es den 16 jährigen albert nach paris, wo er bei einem schneider die ersten schritte in der metropole machte. die anstellung bei der bank goudchaux hielt ihn nicht davon ab, nebenbei sein abitur nachzuholen,  wissenschaften zu studieren und später mit einem jurastudium abzuschliessen.
schon mit 32 jahren wird er teilhaber dieser bank und gründet sein eigenes bankhaus mit 38 jahren. sein ausserordentliches talent für börsenspekulationen führte dann folglich zu einem sehr grossen reichtum.

seine VISION:

seinen reichtum nutze er von anfang an, um seiner vision des weltfriedens näher zu kommen. das verständnis unter den völkern und die internationale kooperation waren seine motivation, um in den jahren von 1898 bis 1931 diverse foundations zu gründen. das jahr 1929 allerdings führte zu einem jähen ende dieses traumes und seiner visionen. sein kompletter reichtum wurde verpfändet und seine 4 hectar land in boulogne werden an die prefecture seine verkauft.


sein WERK:

fassbar machte KAHN seine vision der verständigung der völker unter anderem (besonders natürlich mit seinem ethnologischen photo- und filmprojekt) in form einer gartenanlage, die man noch heute in vervollständigter form erleben kann. folgende welten bilden seinen gartenplaneten:

der französische garten, 1895 von henri et achille duchene gezeichnet. (angeschlossen daran obstbäume und rosenanlagen - kletterrosen und alte obstsorten -)
der englische garten
ein sumpfgebiet (marais) 2 teiche mit wasserplanzen und blumen
ein blauer wald (zedern und épicéas)
ein goldener wald mit angeschlossener prairie (im herbst besonders farbenfroh)
der neue japanische garten (kahn zeichnete einen japanischen garten nach seiner zweiten japanreise 1908/1909. dieser wurde 1990 von dem zeitgenössischen landschaftsgärtner FUMIAKI TAKANO neugestaltet).
das japanische dorf (dieses traditionelle kleinod wurde nach seiner ersten japanreise 1898 geschaffen. hierfür kamen japanische spezialisten zum einsatz, die die pflanzungen vornahmen und zwei holzhäuser, in kleinteilen zerlegt, hier wieder aufbauten. nicht zu vergessen die bonsai-collection).
ein waldstück der vogesen (soll an seine kindheit in den bergen der vogesen erinnern)
das palmarium (wintergarten)

der mensch will ja nicht nur essen. so erlaube ich mir, einen ausflug in eine nicht gastronomische welt zu wagen. wäre ich nicht photograph geworden, hätte sicherlich die landschaftsgärtnerei meine aufmerksamkeit angezogen. da nun in vielen gärten essbares lauert,
ist der kreis dennoch geschlossen worden und ich zeichne formen und inhalte mit der kamera nach. zugeben muss ich aber, dass mir ein eigener gemüsegarten fehlt. sehe ich aus den fenstern meines pariser photostudios, sehe ich weder baum noch pflanzen.

10, RUE DU PORT
92100 BOULOGNE-BILLANCOURT


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