Dienstag, 14. Juli 2009

SEEFAHRT



die "saint-simon" hiess ursprünglich "rhenania" und wurde von der reederei HAPAG 1874 für den dienst hamburg-antillen eingesetzt. 1878 wurde das schiff dann von der compagnie général transatlantique erworben und in saint-simon umbenannt. nach langen dienstjahren und reisen nach mexiko oder später zwischen le havre und haiti, fand es seine lezte ruhe in genua 1905. 



die "ville de tanger" wurde erstmalig 1881 auf der afrikalinie eingesetzt, undzwar mit ausgangshafen marseille. 1896 findet es sich in den antillen wieder und wird 1910 nach venezuela verkauft. dort erhält es den namen "guyana" und ist offensichtlich in den 20er jahren dem hammer zum opfer gefallen.

---


das müssen noch zeiten gewesen sein. damals, als die reise noch das ziel war und die geschwindigkeiten nicht in mach gemessen wurden. die weiland selbstverständliche entschleunigung der zeit, gab den reisenden die gelegenheit sich mit muße und respekt dem ziel zu nähern. stellen wir uns mal vor, wie so eine atlantiküberquerung oder eine reise nach nordafrika ausgesehen haben muss. schätzungsweise wären wir, in die heutige zeit gedacht, mit der ersten klasse gereist, versehen mit dem standesgemässen gepäck nebst eleganter garderobe. man würde bekanntschaften machen mit mitreisenden, ideen und geschichten austauschen und irgendwann im salon sich den essfreuden hingeben. so oder ähnlich muss es sich zugetragen haben, als die gäste eines dinners oder lunch, die oben abgebildeten handgeschriebenen speisekarten vorgelegt bekamen.
 
die COMPAGNIE GÉNÉRAL TRANSATLANTIQUE war unteranderen von NAPOLÓN III initiiert worden, der den brüdern emile und isaac péreire die leitung übertrug. ziel war es den fracht und paasagierverkehr nach nord- und mittelamerika zu unterhalten, sowie die staatlich subventionierte postbeförderung. zu guten zeiten schwammen 69 schiffe durch die weltmeere (1888), wichtig war vor allem der service zu den franz. kolonien wie tunesien, algerien und marokko.

aber, die zeiten sind vorbei, heute zehren wir von büchern und filmen aus dieser zeit. in der heutigen geschwindigkeit, haben raddampfer und andere boote mit grossen schornsteinen keine lobby mehr. zumindest nicht als beförderung von A nach B. flugzeuge mit 84cm beinfreiheit in der economy class und kreuzfahrtschiffe mit 3500 meiers und müllers lassen eben nichtmehr träumen.  wie sagte doch letztens ein afrikaner: ihr habt die uhren, wir haben die zeit. 

in diesem sinne, stelle ich mir sehrwohl vor, wie ein dinner um 1892 auf einem dieser dampfer ausgesehen haben muss. man nähert sich dem afrikanischen kontinent mit zeit und einem mouton roti, oder venezuela mit tomates bordelaise. was gab es wohl zu trinken frage ich mich....

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen