Mittwoch, 29. Juli 2009

ESSEN - NICHT ESSEN


grosse leckere würmer in palmblättern gezüchtet und dann auf den grill, geht noch mehr? hier in einem nichtmehr existierenden chinesischen restaurant in rangoon/burma. es gab im keller riesenflaschen mit vipern und cobras in alkohol eingelegt. dieser schlangenschnaps ist mir nicht sehr gut bekommen :-(




diese götterspeise könnte man mit koriander und chili essen. ich mochte den geruch nicht und bin überhaupt kein quallenfan.

photography: copyright joerg lehmann



wer erinnert sich nicht an diskussionen mit freunden am tisch, so ganz gemütlich bei fisch und wein, was man so in seinem leben alles verzehrt hat. ich wäre kein gourmetpilot, wenn ich nicht hier und da etwas mut bewiesen hätte (für mich), das eine oder andere merkwürdige getier zu probieren. bekanntlich beurteilt man nur dinge von denen man etwas versteht, und redet folglich nur über essen, das man zumindest mal probiert hat. nun, so einfach sind die dinge nicht. für meinen teil habe ich folgende "merkwürdigen" tiere verschluckt:

bisamratte in burma
hühnersashimi in kyushu/japan
büffelpenis in  tianjin/china
braunbär in kyushu/japan
schweineplazenta in kyushu/japan
quallensalat in beijing/china
schlange in shanghai/china
vogelnestsuppe in shanghai/china
haifischflossensuppe in shanghai/china
etc.

wo ist jetzt nun die ekelgrenze frage ich mich? warum ekeln wir uns vor larven und spinnen, wenn wir doch glibbrige weinbergschnecken, kuddeln, andouillettes oder bregenwurst essen. ? die japaner verzehren jährlich 7000 tonnen quallen und mehrere tausend tonnen anderes zeug, was wir hier nie finden und schon garnicht essen würden. die burmesen laben sich an schlangenlikör und den in palmblättern gross gezogenen würmern, die anschliessend auf den grill gelegt werden. 
die in chinesischen restaurants in kanton ausgestellten tiere in terrarien (hunde, katzen, rehkitze etc.) und die aquarien mit allem was sich im wasser bewegt, mögen schockierend für uns sein, aber sehen wir uns doch mal um, wie die tierhaltung in europa gehandhabt wird. die kuhsäuche ist über uns gekommen, weil wir den armen viechern verseuchtes fressen zum schneller wachsen gegeben haben (kühe sind vegetarier, warum gibt man ihnen futter mit fleischresten???). sieht man sich mal um wie tiere gehalten werden, z.b. hühner und wie es auf den schlachthöfen der republik zugeht, haben wir den asiaten und afrikanern wohl keine lehre zu erteilen. ob wir deswegen regenwürmer in die foie gras einbauen müssen oder die kleine spinne auf der terrasse mit ketchup grillen, ist eine andere frage. ich bin kein vegetarier, versuche aber den fleischkonsum in grenzen zu halten. wenn dann aber so ein roti de boeuf beim metzger am tresen liegt, wer kann dann nein sagen. nein sagen kann ich aber bei würmern und anderen genüssen, die mir kulturel nicht entsprechen, trotz meiner angeborenen neugier. mein motto dennoch: probieren und studieren!

wer einen quallensalat ausprobieren mag, findet ein rezept des berliner restaurants GOOD FRIENDS, auf www.mare.de

Kommentare:

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  2. Na, da sind ja Schlange und Haifisch schon beinahe Schonkost! Neugierig bin ich schon, aber der Ekel siegt zumeist, und da stehen die Würmer bei mir ganz oben - Proteine hin oder her!

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  3. eben, da ist jeder mit sich selbst allein bei der entscheidung. alles aber nicht so wild, solange man mutig ist und ein experiment nicht scheut. besser als jeden tag kartoffelsalt :-)

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  4. ich meinte natürlich kartoffelsalat, und nicht ...salt

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  5. Meine Grenze war bei "Schweineniere" erreicht, die mir in einem kleinen Restaurant in Badajoz (Spanien) als Tappas serviert wurden. Eventuell hätte ich das auch noch verkraftet, wenn ich diese "Delikatesse" nicht für gebratene Champignons gehalten hätte! Meine Spanisch-Kenntnisse waren zu dem Zeitpunkt noch nicht ausreichend um den Kellner zu verstehen :-/ Dafür bin ich jetzt um eine Erfahrung reicher!

    Viele Grüße
    Henning

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  6. nieren sind meine affäre auch nicht. ich habe sie mal beim griechen gegessen am boul mich. ist schon lange lange her, eine absolute katastrophe. aber bei griechen in paris ist alles nur hundefutter. wenn man sich das essen der helenen so ansieht, fragt man sich wie diese kultur so alt werden konnte.

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