Donnerstag, 30. Juli 2009

DAS BÜFFET, "GENUSS" IM STEHEN


hier eine idee zum stehgenuss: glas champagner, gedrehtes feines brot, wachtelei, lachs, kirschtomate, schnittlauch, salz und pfeffer oder eben auch ganz anders wie man mag.

photography: copyright joerg lehmann

im volksmund heisst ja das lockere greifen von lebensmitteln am büffet oder bei freunden auf der kommode FINGERFOOD. wahrscheinlich werden die angelsachsen das essen mit der hand nicht erfunden haben, aber vielleicht haben sie es salonfähig gemacht. ich erinnere mich an ein schlachtfest mit marokkanern in TANGER vor einigen jahren, wo alle mit der BERBERGABEL assen, also mit den händen. kenner meinen, dass das kulinarische erlebnis grösser sei, wenn man sich die finger ableckt, oder wahlweise die seiner nachbarin. im modernen ambiente der urbanen ambitionierten welt der hobbyköche, zwischen sydney und manhattan, wühlt man selbstverständlich nicht mit den fingern in der reisschale des nachbarn oder der eigenen, sondern man nimmt kleine portiönchen zu, die vor langer zeit mal häppchen oder schnittchen hiessen. zahlreich sind inzwischen die kochbücher, die sich mit dem thema fingerfood beschäftigen.

ein ganz anderes problem taucht auf, wenn man auf ca. 34 qcm an einem büffet steht und gleichzeitig einen champagner verkosten und einen happen essen möchte. was also machen, man hat ja nur 2 hände. die variante der industrie sind inzwischen halter an teller und glas, wo entweder das glas den teller oder der teller das glas hält. schliesslich will ja hier und da die eine oder andere hand geschüttelt sein oder der eine oder andere bussi verteilt werden. fact bleibt allerdings, dass man im stehen essen muss.

ich bin eigentlich ein gegner vom essen auf zwei beinen, weder mit champagner, noch caviar. auch die bratwurst am wochenmarkt in freiburg würde besser an einem tisch schmecken, so auch die currywurst in berlin. beim anblick eines berstenden büffets vergeht mir oft der appetit. was also machen wenn man trotzdem hunger hat? wie vorgehen, wenn man nicht anstehen möchte?
schon bei der ansprache von geheimrat soundso oder gräfin von und zu, sollte man strategisch vorgehen und das büffetgeschehen gut im auge behalten. ich empfehle anwesenheit zu demonstrieren und dann den schnellsten fluchtweg nach/von der offiziellen eröffnung richtung futter zu wählen. also einen platz wo teller und anderes werkzeug liegen (hier geht´s meistens los). sowie zum "go" geblasen wurde (das büffet ist eröffnet!), ran an die krippe und mollo mollo den teller laden (ruhe bewahren!). das essen ist noch "frisch" und die haare und schuppen von den geladenen mitessern haben weder den graved lachs mit zitronenspritzern noch die basilikierte mozarellatomate erreicht. 
bei den veranstaltungen, wo kellner sich mit schwer beladenen tablets durch die menge kämpfen, geht es nicht zwingend hygienischer zu. hier empfiehlt sich als standpunkt die tür zur küche. man hat die wahl und nimmt das schönste törtchen hihi.

Kommentare:

  1. ich hasse essen im stehen und anstellen am buffet, besonders wenn alle gierig dahin drängen und schubsen... da vergeht mir echt der appetit ;-)

    Kennst du vielleicht Eric Sampietro´s Lokal in Condom? (anderes Thema)

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  2. das weis ich nicht. condom kenne ich allerdings und war dort auch gut essen. sowas wie eine kleine villa mit terrasse und garten. kann es das sein? der mann war nicht schlecht. im gers esse ich gern, vor allem foir gras und anderes "unvernünftiges" schönes. :-)

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  3. wohl nicht, sein lokal soll in einer kleinen Kirche untergebracht sein und das essen ist himmlisch bis göttlich...was ja passt :-)

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  4. dann kann ja nichts schlimmes passieren mit gottes segen

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