Mittwoch, 8. Juli 2009

BLINDPROBE HUMMER


tut gut, immer immer immer!



jungwinzer guillaume wallut, domaine saint-amant



ca bouge



zwei weisse zum hummer




links aus canada, rechts aus der bretagne





patron patrice in bester form






domaine singla, passe temps - nicht schlecht aber mit 14,5 % zu schwer









die drei könige:
cote roti, les grandes places 2002 - jean-michel gerin
cote roti domaine de bonserine, la sarrasine 2006
cote roti pierre gaillard 2006

photography: copyright joerg lehmann

wie verwandelt man den lunch des 8. juli 2009 in einer feierliches gelage? eh bien, man geht in eines meiner lieblingsrestaurants in paris, mit dem namen LA BOURSE OU LA VIE (siehe vorheriger blogeintrag von februar 2009).
patrice tartard lud ein zum fröhlichen hummer testen. der joviale 57 jährige patron dieses einzigartigen restaurants in paris, mag keine halben sachen und auch keine halben portionen. wenn gegessen wird, wird gegessen. keine ausrede zählt und wasser ist auf dem tisch tabu. soviel zur basis.

zuerst waren wir 3, dann 4, später etwa 6-7 personen, mit der aufgabe herauszufinden, ob es wirklich einen evidenten unterschied gibt zwischen dem hummer aus canada, und seinem europäischen kollegen aus der bretagne. rechtfertigt das bretonische tierchen den wesentlich höheren preis oder nicht? zwei teller, zwei hummer, gleich zubereitet und mit den gleichen zutaten versehen. nicht erstaunliches ergebnis und unisono: der bretonische hummer hat die bessere farbe, feinere aromen und vor allem eine wesentlich bessere konsistenz des fleisches.
zubereitet in einer court-bouillon zwar gut, aber hier waren sich alle einig, dass er besser "a la plancha" wäre.

zurück zur atmo. wenn bei patron patrice getrunken wird, dann wird getrunken und keiner verlässt den tisch ohne den keller durchprobiert zu haben. patrice ist einer dieser dinosaurier der französichen gastronomie, ein anhänger der grossen portionen, des ehrlichen essens, der direkten aromen, der klaren texte, des waren terroir, grosszügig mit freunden, kenner der weine, amateur der künste, unterhalter und fachmann der gastronomie im ganzen und umfassbaren. 
warum haben weine heute zuviel alkohol? warum schmeckt dieses so und das andere anders? welches gericht kommt aus welcher ecke frankreichs und warum ist es so langweilig in sog. grossen restaurants? warum liegen auf den tellern nur noch geschälte radiesschen und warum sind die steaks nur daumengross? er hat eine idee warum und verkündet sie auch. kurz und gut, patrice verkörpert, dass man mit dem herzen und nicht mit dem kopf essen sollte. 

rein mit dem löffel in die suppe und den eintopf, lasst die gabel und die messer schwingen! macht die töpfe auf, möge das mahl beginnen. entkorkt die flaschen, freut euch am leben, geniesst es in vollen zügen! lasst euch verführen mit den sinnen und seit von den sinnen! lasst euch gehen, leckt an gabel und löffel, prostet euren freunden zu, lebt das moment! lutscht den knochen ab, nagt an den gräten, schlemmt die desserts und lebet die aromen. hebt den topfdeckel, finger rein und lustig sein! verschmäht nicht das vermeintlich einfache und dankt der natur!

so war es und so soll es sein. unser ortstermin begann um 13:30 und endete um 17:45 am gleichen tisch. getrunken wurden eine schöne flasche roederer als apéro, folgend drei flaschen blind verkostet (cote du rhone village und bourgogne weiss (  ). anschliessend ein cote de catalan ( fiel leider durch) und drei flaschen cote roti (grosse momente, siehe photo)

MERCI PATRICE, T´EST UN VRAI QUOI!!!!!

restaurant LA BOURSE OU LA VIE
12, rue vivienne
75002 paris
tel.: 00331.42.60.08.83
geöffnet montag - freitag mittags und abends
metrolinie 3, station bourse


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