Samstag, 27. Juni 2009

MÜNCHEN


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in münchen denkt und isst man gross

der bub und seine mutti vom gemüsestand

romantischen balladen

im hofbräuhaus ist gut sein

odeonsplatz

das lokale netzwerk

hans im glück

gerstensaft

 könig oder kaiser?

man trägt bayrisch

hier hält man sich an traditionen fest

am eisbach

photography: copyright joerg lehmann


lange ist es her, dass ich als photographische mission, münchen als thema hatte. gerade finde ich photos aus jener zeit, in der ich versucht habe mich der münchner seele zu nähern. 
wie sind die münchner eigentlich frage ich mich bei jedem besuch. "sie sind eindeutig anders", ist wie immer mein statement nach einer visite der bayerischen landeshauptstadt.
fragt man den zeitgenössischen münchner, warum es denn gerade münchen sein muss, kommt seit jahren die gleiche antwort: "man ist hier schnell in italien". mit verlaub, es wäre doch traurig, reduziere man diesen traditionsreichen flecken erde, auf einen reinen "von hier biste schnell an der riviera" ort.

wie ist er oder sie denn nun, die münchener/innen? aus dem fernen frankreich betrachtet, würde eine definiton wie folgt ausfallen: man möchte nicht hamburger sein und kann aber auch nicht sizilianer werden. zum französisch sein reicht es leider nicht, berlinern will man schon garnicht. so findet sich der münchner perfekt im zentraleuropäischen sinne in der mitte von allem und verkleidet sich gern als germanischer italiener katholischen ursprungs, um sich mediterran an bier und nicht zwingend an prosecco zu erfeuen. doch doch, in feinerem umfeld trinkt er oder sie auch chardonnay oder perliges zur bretzel und denkt über eine globalisierte weisswurscht mit sushicaracter nach. er oder sie zeigt sich gern im englischen park unten, oder auf der leopoldstrasse oben ohne. 
beim essen allerdings versteht man hier keinen spass!!! was den münchner so sehr unterscheidet vom schleswig-holsteiner, ist die esskultur. was man da oben zu wenig hat, gibt es in münchen zwar nicht zu viel, aber fast. mein lieblingsort ist übrigens geisels vinothek.
man kann aus dem bahnhof kommend, geradezu direkt dort hereinfallen und das leben nimmt seinen anfang.  überhaupt fragt man sich, ob die münchner die geselligkeit erfunden haben. zwanglos wird man am biergartentisch entweder mit betrunkenen chinesen vernetzt, oder mit "grüss gott, i bin dä kuat, bist zuag-reist?". nutzlos erklären zu wollen, dass man mit dem flieger gekommen ist. bayrisch ist nichts für anfänger. 
gegessen wird in münchen also eher sehr gut, tendenz modernes terroir. ex-papst ecki witzigmann hat münchen mit seiner aubergine in alpenhöhe gekocht und seitdem schreckt man vor superlativen nicht zurück. auch ist hier falsche bescheidenheit nicht volkstümlich. man zeigt was man hat und das ist auch gut so. besonders generös sind die portionen bei den authentischen wirtshäusern und natürlicherweise bei den gedirndelten wirtinnen! für anhänger der minimalistischen origamikost ist der bayerische küchenstadel keine gute adresse. 
fazit: münchen ist eine adresse für weltoffene moderne traditions gaumenakrobaten. 
bon appetit! 

1 Kommentar:

  1. "hans im glück" gefällt mir am besten, sehr simmungsvoll :-)

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