Mittwoch, 6. Mai 2009

WEINGLAS UND VERSTAND


nie habe ich verstanden, warum im land des weines, die weintrinker so unkultiviert sind. schon in den ersten jahren in paris, wollte ich nicht recht einsehen, warum der gast im restaurant im grossen glas das wasser und im kleinen den wein eingeschenkt bekommt. auf die frage des warum, erntet man hier blicke, die töten könnten. der zweifel am immer dagewesenen kommt in frankreich nicht gut an. erst in den letzten jahren, hat sich herumgesprochen, dass es richtige weingläser gibt, also gläser aus denen man nicht wasser und auch keinen orangensaft trinken würde. selbst in teuren etablissements, fehlt es immernoch an richtigen gläsern, wie z.b. im restaurant l´ambroisie in paris. schade eigentlich, werden doch vermeintlich grosse weine in schlechten gläsern zu kastraten deklassiert. sicherlich eine schande für den mühevolle ausgebauten wein, aber selbst hiesige winzer haben diese glocke noch nicht leuten gehört.

also: war es wirklich immerso? ja es war! in meiner kleinen sammlung um die weintraube herum, befindet sich ein büchlein aus dem jahre  1927, vom weinhändler NICOLAS (monseigneur le vin), in dem schon damals genau dieses problem angesprochen wird (siehe scan). 
szenenwechsel in die moderne welt: im kleinsten restaurant in japan, irgendwo in den bergen oder in welch auch immer mittelmässigen restaurant in deutschland oder spanien, hat der gast ein adäquates glas in der hand, und fasst es übrigens auch am stil an und nicht oben. ob meine belehrung kürzlich auf wahrheiten basiert, kann ich nicht sagen. laut einer französischen journalistin, gehört es sich nicht, dass glas am stil anzufassen, das machen nur ungebildete ..... bon, ich zähle mich gern zu den ungebildeten und schwenke gemütlich den traubensaft und erfreue mich an den aromen.

1 Kommentar:

  1. Haha! Das passiert in Italien auch andauernd: Dieser miesepetrige Blick, wenn du DEREN falsches Glas benutzt, köstlich!

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