Sonntag, 3. Mai 2009

5 TAGE BEI DEN HÄBERLINS

la pastilla tiede au chocolat fondant, mangues caramélisées à la vanille tahiti (5 mal gegessen in 5 tagen, könnte so weitergehen :-))

la boite au sardine 

chef marc häberlin (monsieur marc wie man sagt)

dirk gieselmann aus düren, mit präzision und talent am herd

photography: copyright joerg lehmann
photos für das buch " BEST OF HÄBERLIN " , edition alain ducasse - sept. 09


was konnte mir besseres passieren, als 5 tage bei der familie HÄBERLIN in illhaeusern (elsass) zu gast zu sein. natürlich war ich nicht zum ersten mal dort, aber dieser romantische ort an der ill ist eine reise in die kindheit und romantik gewesen. im dallas des elsass ist noch alles im lot.


chef marc regiert am pass mit einer selten gesehenen relaxt attitude. er weiss was seine jungs und mädels können und serviert immerhin rund 160 gäste am tag. die lassen ihn auch in schwierigen zeiten nicht im stich, wie der volle wagenpark 2 mal täglich vor dem haus beweist.
grosszylindrige ottomotoren drängen sich an schönewettertagen schon vor dem 12uhrmittagsschlag der gegenüber liegenden kirchenglocke auf dem parkplatz. marcs mutter marie schiebt dann leicht den vorhang zur seite und verifiziert schonmal die ankommenden gäste, onkel jean-pierre überprüftnoch schnell die kravatte.

währenddessen lässt man es in der küche noch langsam angehen. die gäste der auberge kommen selbstverständlich wegen des essens und der familie häberlin, aber auch um vor und nach dem mahl romantisch an der ill zu sitzen und den einen oder anderen champagne einzunehmen. hier ist gut sein unter bäumen und zwischen blumen, am ufer des kleinen flusses, der vor langer zeit die grenze zwischen der evangelischen und katholischen MATELOT zeichnete. aber dazu ein anderes mal.
seit zwei jahren nun, tut sich etwas im haus. marcs tochter laetitia hat sich mit dem deutschen kochtalent dirk geiselmann vermählt. zwar ist man offiziel nicht verheiratet aber die zeichen stehen auf weiss ..... wie auch immer, die küche erfährt eine sanfte modernisierung, etwas weg aus der lokalen tradition, hin zur "weltküche", will meinen einem modernen terroir. deutlich wird dieses z.b. bei der sardinendose "la boite au sardine" mit verschiedenen muscheln.
hier stehen jetzt also zwei generation am herd, die nicht nur im elsass überzeugen. neuerdings haben "häberlin freaks" auch in tokyo und nagoya eine bleibe.

fazit: nur noch wenige familien regieren an den kochstellen der republik. die harmonie dieses ortes im elsass überträgt sich auf den teller. der ist meistens reichlich gefüllt, also nichts für magersüchtige. hier wird viel mit butter und sossen gekocht, ganz gegen den abnehmtrend. meine woche war selbst für mich als "habituer" nicht leicht zu nehmen. die grosszügikkeit der häberlins schlägt alles vorher gesehene. auf der rückreise nach paris habe ich mir geschworen, die nächsten woche etwas vorsicht walten zu lassen mit foie gras und co. merci marc!!!

auberge de l´ill
2, rue de collonges au mont d´or
68970 illhaeusern
tel.: 0033.3.89.71.89.00
www.aubergedelill@aubergedelill.com

Kommentare:

  1. traumberuf, offensichtlich. schön!

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  2. ja, wie man es sieht. essen kann anstrengend werden und photographiert werden muss ja auch. die ideen fallen nicht immer vom himmel. dennoch, kein so schlechter job :-)

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  3. lieber joerg,
    im nächsten leben werde ich fotograf. evtl warte ich aber auch nicht so lange :-) habe jetzt schon appetit und lust bekommen.
    gruß peter

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  4. das verstehe ich gut, habe deswegen schon als teenager entschlossen den knipskasten als mein leben zu betrachten. ich wollte mit dem nächsten leben nicht solange warten. ... und essen gibt es ja auch noch dazu, also nur los dann!

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