Sonntag, 8. März 2009

VINS DU POSTILLON

literflasche mit plastikverschluss

alter korken mit emailledeckel
photography: copyright joerg lehmann

"des postkutschers alltagswein" 

25.11.2006 auf SPIEGEL ONLINE: HELMUT NEWTON gibt ein interview: "ICH WILL SEX, NICHT EROTIK". soweit so gut. er spricht über seine anfangsjahre und über paris, die schlecht bezahlten photos und die vorstufe zum paradies. ... " wir lebten in löchern, rauchten wie die schlote, tranken den grauenvollen "vin du postillon" für einen franc pro liter und hockten nächtelang in den bars ... "

der 1862 in narbonne ins leben gerufene alltagswein ( pinard ) ist so schlecht wie sein ruf!
.... und somit "eigentlich" aus den supermärkten verschwunden. aber: es schadet ja auch nicht das etikett zu lesen: " MÉLANGE DE VINS DE DIFFÉRENTS PAYS DE LA COMMUNAUTÉ EUROPÉENNE " (mischung von weinen aus verschiedenen europäischen ländern). das schafft doch vertrauen, mit dieser art von herkunftsbezeichnung ist der kunde endlich aufgeklärt. da stelle ich mir als käufer vor, wie das wohl funktioniert. schön ist es, in welt der bacchalischen träume zu leben. wir hier in europa, und da die neue welt, wo die weine "gepanscht" werden. 


in den gründerjahren wurde der POSTILLON regional (languedoc) in barriques verkauft, bevor der inhaber beschloss, auch den pariser markt besser zu bedienen.
aus der provinz heraus paris " zu erobern", heisst in in französisch "monter a paris". so getan. eine aussenstelle wurde vor den toren von paris gegründet und der wein nicht mehr in barriques, sondern zu  1L flaschen an den kunden gebracht. im volksmund nannte man den wein auch VIN DE PARIS.

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