Dienstag, 31. März 2009

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die menukarten sind aus meiner sammlung. ich kann leider nicht ihre herkunft bestimmen.
sie zeigen zwar japanerinnen im kimono, müssen aber nicht zwingend aus japan kommen.

der gourmetpilot sieht sich auch als ästhetischer retter der faden menukartenwelt. unprätentiös ausgedrückt, gibt es hier anregungen umsonst und ich hätte nichts dagegen, wenn auf den tellern und den karten mehr kreatives passieren würde. 
wichtiger sind zwar die welten auf den tellern, zur "mis en appetit" jedoch, kann es nicht schaden, die karten so zu gestalten, dass man sie entweder in einem unaufmerksamen moment des saalhirsches in seine tasche gleiten lässt (ausgenommen karten wie beispielsweise bei OUSTAU DE BAUMANIÈRE, die auf ca. 1 quadratmeter grösse kommen), oder sie als souvenir offiziel als chefdevotionalie unters volk bringt. signiert mit dem schlag auf die schultern, geht der gast raus in die welt und kann behaupten, den grossen häuptling selbst getroffen zu haben.

wo wir gerade dabei sind. es gibt ja immer wieder chefs, die es lieben (und gäste scheinbar auch), kurz vor dem dessert oder danach, die gästefront abzuschreiten. 
da kommt er dann, der gott im weissen kittel, im makelosen küchendress, frisch friesiert, den bart gestutzt und man fragt sich ob er die verkleidung nur zur gästerunde angelegt hat. die schuhe sind schon lange keine sicherheitstreter mehr, sie wurden ersetzt durch einen maasschneider aus italien oder london. am arm hangelt gut sichtbar ein metallenes uhrwerk, die finger manikürt und nichts deutet auch annähernd auf küchenarbeit hin. in zeiten, wo die schweren jungs am herd schwitzenden dienst taten sind wohl vorbei. heute lauert die first class lounge der air france und das promotionpaket zwischen tokyo und san diego. schliesslich will man ja dépandencen eröffnen wie yannick alleno in marrakech oder  jean-pierre vigato als berater im legendären mamounia in der gleichen stadt. 

zurück zur saalrunde: was antwortet man denn da, wenn der berühmte chef am tisch vorbeischlendert, mit einem grinsemann um den mund herum und der frage "und, wie war´s???? auf den lippen.    -   euhh, ja, euh also, ja ja, es war wie naja, wie soll ich sagen ähhh ..... windet man sich dann hin und her, das dreierlei von schokoeinerlei im munde wendend. bevor man dann die adäquate antwort zurechtgelegt hat, ist er bereits am nachbartisch. dort lauert vermutlich eine gierige lokalprominenz mit schmucker gemahlin, ein geheimrat mit oder ohne rätin, oder vielleicht ein insolventer banker mit  noch schwarzer amex karte. man weiss es ja nicht.

ich möchte keine fragen am tisch beantworten, sondern meine ruhe haben. wenn ich den chef unbedingt sehen will, lasse ich nach ihm schicken.

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