Montag, 30. März 2009

CULATELLO und PARMIGIANO


photography: copyright joerg lehmann

als ich mit der journalistin GABI GÖTZER von der zeitschrift ESSEN UND TRINKEN letzten sommer durch die po-ebene fuhr, staunten wir nicht schlecht. die CULATELLI (italienischer schinken, der NICHT am knochen reift), hingen in den dunklen und feuchten kellern wie goldbarren in der bank of england. in geheimnisevollen gewölben, mit spinnenweben versehen und kräftigen luftzug, könnten man sich so manchen mord einer krimiserie vorstellen....

.... "nachdem  strassenräuber antonio von hauptkomissar cesare in einem schinkenkeller bei roccabianca gestellt worden war, erschloss sich ihm das gesamte bild des grauens. 
hier, wo die schinken vom leichten wind der po-ebene gestreichelt werden und die berühmten käse des nahen parma, die nero parmigiano geniesser den verstand verlieren lassen, hatte antonio seine morde vorbereitet, ja sie gefeiert mit den spezilitäten der region. an den feuchten wänden waren schwer identifizierbare, mit nägeln eingeritzte notizen zu sehen, die den namen des jeweiligen opfers vermuten liessen. in den dunklen ecken waren die mordwerkzeuge verstreut. sie teilten sich den raum mit leeren weinflaschen grosser jahrgänge schwerer italienischer rotweine. komissar cesare hatte derartiges nie gesehen in seiner laufbahn. er war angeekelt und verzaubert zugleich, vom anblick der angeschimmelten schweineblasen die von der decke hingen und der misere seines kellerbewohners .....

nein so war es nicht! gabi und ich haben sie mit genuss verschlungen, und den PARMIGIANO dazu. verstanden haben wir nicht, warum man immer sagt: "leben wie gott in frankreich" ... dem würde es in italien nicht schlechter gehen, wenn nicht besser!

Kommentare:

  1. Tja Jörg, das ist zwar nicht Leben wie Gott in Frankreich, sondern das italienische Dolce fa niente, das wir auf unseren Recherchen von früh bis spät genießen. Der Himmel hängt voller Schinken, der Wein fließt in Strömen, Parmigiano fällt in großen Brocken auf unseren Teller. Und zwischendurch haben wir auch noch auf Schlössern in der Emilia Romagna königlich gefeiert – das hattest du vergessen zu erzählen. Das ist wirklich eine tolle Gegend da unten. Wer sich für Culatello interessiert: Im laufenden essen & trinken ist gerade eine ganz ausführliche Geschichte darüber

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  2. gut, die werde ich lesen. das hört sich ja an, als wenn wir zusammen im urlaub gewesen wären. das war doch arbeit! :-) vergessen dürfen wir natürlich nicht de aceto balsamico tradizionale. der ist eine kleine orgie für sich. gabi, also nochmal, wenn das immer so ist wie du beschreibst, verreise ich nur noch mit dir .-))))

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